Disney – Stadtrandgedanken https://blog.michaelspieler.eu Fri, 25 May 2018 10:54:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.3.10 Solo: A Star Wars Story https://blog.michaelspieler.eu/2018/05/24/solo-a-star-wars-story-review/ Thu, 24 May 2018 21:42:56 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=749 Solo: A Star Wars Story weiterlesen]]> Aufgewachsen in den Straßen von Corellia schlagen sich Han und Kira mit Gaunereien für Lady Proxima, der Patriarchin der Unterwelt auf dem Werftplaneten, durch. Als Han in den Besitz einer wertvollen Ressource gelangt, glaubt er, sich und Kira endlich ein besseres Leben – weit weg von Corellia – bieten zu können. Nach einer Verfolgungsjagd sieht er sich jedoch gezwungen, sich für den Dienst an der imperialen Militärakademie einzuschreiben und wird die nächsten drei Jahre auf die Schlachtfelder der Galaxis geschickt, bis sich ihm eine Möglichkeit bietet, ein anderes Leben einzuschlagen.

Ich musste „Solo“ ein zweites Mal sehen, da ich beim ersten Mal in der Mitte weggenickt bin und am Ende macht es gar keinen Unterschied. Fangen wir mal mit der Geschichte an. Ich habe wirklich selten ein so durchschaubares, nach Rezept 08/15 geschriebenes, Drehbuch verfilmt gesehen. Vom stereotypen Gossenkind, dass über Umwege auszubrechen versucht und schließlich als Gauner anheuert, um mit „dem einen Job“ seine große Liebe zu gewinnen. Dabei sind alle Figuren so unfassbare Abziehbilder, die ein Handbuch „Gangster für Dummies“ gelesen haben. Nur wirklich unbedarfte Filmegucker werden von den Wendungen in Solo überrascht sein. Dieses Drehbuch ist so lahm, dass man scheinbar Ron Howard brauchte, der daran keinen Anstoß findet. Jeder andere hätte daran gedreht, was wohl auch zum Abschied von Phil Lord und Chris Miller, den ursprünglichen Regisseuren des Films, führte. Howard hat 70% des Films gefilmt und bekommt somit auch allein den Platz in der Namensnennung am Ende des Films. Es gab sogar schon einen Trailer, der auf dem bis zur Star Wars Celebration Convention im April letzten Jahres gefilmten Material beruhte und dort gezeigt werden solle. Lucasfilm hat das Material samt Trailer aber jetzt wohl für alle Zeit weggeschlossen. Die Art und Weise wie die Kasdans das Drehbuch geschrieben haben und wie Howard es umgesetzt hat, wirkt sehr lieblos. Das merkt man besonders an Stellen, in denen sich lieb gewonnenen Figuren das erste Mal treffen. Han und Chewie treffen sich das erste Mal unter widrigen Bedingungen, die vielleicht an ihre kurze Zeit in der Wolkenstadt erinnern sollten, aber ultimativ total banal von Statten geht.

Bei den Figuren nun kann ich eindeutig sagen, dass Alden Ehrenreich für mich kein Han Solo ist und vielleicht nie sein wird. Ich habe ihn und seine Rolle in „Hail, Ceasar!“ und den Film selbst total gemocht und er hätte vielleicht auch als intergalaktischer Schmuggler funktionieren können, wenn er sich angesehen hätte, wie die Figur Han Solo sich wann wie verhält, anstatt sich daran aufzuhängen, wann Harrison Ford welche Grimasse zieht. Er spielt nicht Han Solo, sondern Harrison Ford nach, der Han Solo spielt. Sein Versuch an der Figur wird in den letzten Zügen des Films allerdings noch fast super, weil subtiler. Vielleicht hätte diese „Reise zur Figur die wir alle kennen und liebgewonnen haben“ etwas früher einsetzen müssen, um den Film zu retten. Als Gegenentwurf zu Ehrenreichs Solo sehe ich z.B. Chris Pines Captain Kirk. Beide Darsteller waren in etwa in der selben Situation – in eine wirklich bekannte Figur zu schlüpfen, ohne den vorherigen Darsteller nur nachzuäffen. Pine hat das – egal was man von den drei bisherigen Filmen des „J.J.-Verse“ halten mag – wirklich gut geschafft. Nicht durch endloses Wiederholen ein und desselben Grinsens, sondern durch eine gewisse Haltung in der man immer Kirk wiedererkennt. Natürlich ist das zu einem gewissen Grad eine Anlehnung an Shatners Performance, aber Pine macht sich die Figur zu eigen, etwas das Ehrenreich nie gelingt. Wie Ehrenreich in dieser Rolle und sehr engen Regieanweisungen gefangen zu sein scheint, passt Emilia Clarke leider überhaupt nicht in das Universum. Es gibt einen kurzen Moment, in der sie die Khaleesi raushängen lassen kann, nur um dann wieder zur Kira zu werden, der ich nicht einen Meter weit trauen würde. Sie hat da dieses eine Pokerface, dass sie völlig undurchdringlich macht. Kira und Han haben auch null Chemie und man soll Ihnen das die große Liebe abnehmen. Das untergräbt für mich auch so ein Bisschen die tolle Beziehung zwischen Han und Leia, denn mit der kann Kira es niemals aufnehmen. Lando wirkt auf mich, und es schmerzt mich es zu schreiben, schändlich unterdrückt und was ich damit meine, ist das Donald Glover scheinbar zur Zurückhaltung angewiesen wurde. Vielleicht bestand die Angst, dass er – wenn er der Rolle alles gegeben hätte – Ehrenreich an die Wand spielt, was wiederum Quatsch ist und Ehrenreich vielleicht mal etwas gefordert hätte. Trotzdem ist Lando von den anderen Figuren noch die Beste und natürlich nicht so vergessenswert. Thandie Newton, Woody Harrelson und Paul Bettany sind allesamt keine schlechten Schauspieler aber in Solo wirkt es, als spielten sie hauptsächlich sich selbst in Star-Wars-Kostümen. Selbst der neue Roboter-Sidekick war fast schon ein Lichtblick, als ich völlig gelangweilt war. Doch L3-37 (Phoebe Waller-Bridge) ist kein Vergleich z.B. zu K-2SO (Alan Tudyk) aus „Rogue One“. Vom Verständnis her war übrigens nur Paul Bettany super. Alle anderen nuscheln im Original und man muss sich schon anstrengen, um alles zu verstehen. Alles ist so schrecklich gewollt. Die Interaktionen von Han und Chewie sind noch mit das Beste am Film, der davon allein natürlich nicht getragen wird.

Etwas erstaunlich ist aber dann doch, wie wenig ein Leben in diesem Prequel im Star-Wars-Universum wert ist. Das ist auch anders als z.B. in „Rogue One“, dem Film, in dem berüchtigter Weise alle sterben. Dort hatten sie aber alle tiefgreifende Gründe, für die sie kämpften und als Soldaten zu sterben bereit waren. In Solo werden Leben wirklich weggeworfen und mit einigen vielversprechenden Figuren kann man gar keine Beziehung aufbauen, so schnell wird sich ihrer entledigt. Doch diese Tode bedeuten den Überlebenden scheinbar gar nichts, was zur Folge hat, dass man als Zuschauer auch keine träne vergießt. Selbst sehr persönliche Verluste werden super schnell überwunden, was einem die Figuren nicht gerade sympathischer macht. Dann wäre da noch die Gruppe der Gegenspieler zu der Gruppe der Gesetzlosen rund um Han, angeführt von Enfys Nest. Eine, in den Trailern, potentiell interessanten Figur, die im Grunde so viel Bedeutung hat, wie Captain Phasma in „Das Erwachen der Macht“ und „Die Letzten Jedi. Tatsächlich gibt es einen Wendepunkt kurz vor Ende des Films, den ich so hinzunehmen, unseren Helden und insbesondere Woody Harrelsons Beckett, keine Sekunde lang abnehme. Irgendwie schaut man auch immer wieder den selben Film, denn das Universum, in dem alle herumfliegen, oder auf Planeten mit nur einer Klimazone herumlaufen, ändert sich nicht. Die Bösen haben immer irgendwie einen Vorteil gegenüber den Guten, die Mangels Ressourcen immer wieder verlieren. Das führt alles irgendwie nirgendwohin. Dann gab es auch noch wirklich furchtbar umgesetzte Ideen, die unnötiger Weise Dinge erklären, die keine Erklärung brauchten.

Fazit:

Ich wäre tatsächlich bereit eine Fortsetzung mit Ehrenreich als Han und Chewie zu sehen, wenn man auf den Rest der Besetzung verzichtet und sowohl andere Autoren, als auch einen anderen Regisseur mitbringt, die mir die Buddykomödie geben, die ich will und nicht versuchen, einen Western im Weltall zu inszenieren, denn das gab es schon in deutlich besser mit „Firefly“. Solo ist leider deutlich fehlbesetzt und nicht unversehrt aus der Produktionshölle entkommen und dennoch merkt man die Bemühungen der Crew, einen guten Film abzuliefern. Überraschend interessant fand ich einen Teil von Hans Vorgeschichte hinsichtlich des Zustands der Galaxie zu der Zeit, den man so auch nicht in Rogue One gesehen hat.

5 von 10 Punkten

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Avengers: Infinity War https://blog.michaelspieler.eu/2018/04/25/avengers-3-review/ Wed, 25 Apr 2018 13:44:17 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=713 Avengers: Infinity War weiterlesen]]> Am Anfang des Universums stand der Big Bang. Überreste seiner Energie wurden in sechs Steine geschmiedet, die jeder für sich einen Teilaspekt des Lebens verkörpern. Einen Stein zu führen macht einen schon unglaublich mächtig. Zwei Steine zu führen kam bisher auch nicht vor, doch Thanos hat den Willen und die Möglichkeit, sie alle zu vereinen. Er will damit einen schrecklichen Plan in die Tat umsetzen. Thanos, ein Überlebender des Titan, musste mit ansehen, wie sein Planet sich selbst vernichtete und schwor, das Gleichgewicht im ganzen Universum wieder herzustellen.

„Infinity War“ setzt direkt nach den Ereignissen von „Thor: Tag der Entscheidung“ (also im Weltall) bzw. „Black Panther“ (auf der Erde) an und wir bekommen zu sehen, was Thors Schiff voller Asgard-Flüchtlingen zustößt. Diese Eröffnung legt die Grundlage für alles Weitere und setzt uns der Atmosphäre aus, die uns den ganzen Film über begleiten soll. Zehn Jahre lang werden wir inzwischen mehrfach im Jahr mit zweistündiger Unterhaltung aus dem Marvel-Comicuniversum versorgt. Gefühlt wurde gerade bei den letzten drei Filmen – inklusive „Infinity War“ – die Schlagzahl erhöht und das Marvel-Jahr ist noch nicht gelaufen. Kaum war Thors Schwester Hela besiegt und Asgard im wohl besten Thor-Film durch die Klinge von Sutur zu Sternenstaub zerborsten, wurden wir nach Wakanda eingeladen. Wakanda – wo Magie und Hochtechnologie ineinander fließen und Tradition das Handeln Aller definiert. Beide haben jeder auf seine Weise gespalten und dennoch ihr Publikum gefunden, wobei Marvel wohl vom Erfolg von „Black Panther“ überrascht wurde, wenn man sich den – im Vergleich doch geringen – Anteil der Afrikaner an „Avengers: Infinity War“ ansieht. Sicher, Wakanda ist ein Schauplatz des Films, doch bleiben die Charaktere etwas untergenutzt. Ich verrate glaube ich auch nicht zu viel, wenn Rhodes aka War Machine und Falcon auch wieder mal eher am Rande auftreten. Das gleiche Schicksal teilt Wong, der neben Dr. Strange, als einzig anderer Meister der mystischen Mächte, einen Auftritt hat.

Der Film schafft es aber trotz der genannten, wenig benutzten Figuren, ein durchaus gefälliges Gleichgewicht zwischen allen Schauplätzen und den dort handelnden Figuren herzustellen. Ich las im Vorfeld, dass keine der bekannten Figuren eine große Entwicklung erfahren würde und das ist zwar im Grunde richtig, aber auch völlig unnötig für ein so komplexes Spektakel wie „Infinity War“. Schließlich bekamen alle Avengers, Guardians, Asgardianer und Wakandaer dazu bereits Gelegenheit – in ihren eigenen Filmen. Thanos steht im Mittelpunkt von „Infinity War“ und wir erfahren endlich, was ihn umtreibt. Und so sollte es auch sein. Ich war überrascht welche Tiefe Thanos dann nämlich bekommen hat und wie wahnsinnig er auch scheinen mag, eine – für ihn – schlüssige Logik hinter seinem Handeln steckt. Josh Brolin unter der digitalen Maske des Thanos wird unterstützt von seinen Kindern, geraubten Ziehkindern wie Gamora und Nebula, die sich in der Black Order versammeln. Diese seine Generäle, seine verlängerten Arme, schickt er aus, um die Infinity Steine einzusammeln, nun da er weiß, wie auch wir als Zuschauer wissen, wo sie alle zu finden sind. Alle bis auf einen. Doch das Geheimnis um den Seelenstein, ist einer der faszinierendsten Teilaspekte des Films und soll hier nicht weiter besprochen werden. Marvel entschied sich dazu, die Black Order und Thanos zwar mit Schauspielern zu drehen, aber hinter digitalen, statt prosthetischen Masken zu verstecken. Das funktioniert bei Thanos und Ebony Maw zwar ganz gut, aber da, bis auf Thanos selbst und den Hühnen Cull Obsidian keine Größenunterschiede zu Menschen zu erkennen sind, finde ich die Entscheidung fragwürdig. Hier und da kann man eine gewisse unnatürliche Bewegung der digitalen Geschöpfe ausmachen. Wo wir gerade bei CGI sind, die nicht dem im Durchschnitt hohen Niveau des Films entsprechen: Bruce Banner schlüpft im Laufe des Films in den Hulk-Buster-Anzug und sieht ohne Helm einfach nur dämlich aus. Ebony Maw und sein Auftritt waren tatsächlich das Spannendste und Coolste an der Black Order.

Davon abgesehen sieht jeder Schauplatz fantastisch aus und auch sehr deutlich anders zu jedem anderen. Neben bekannten Orten wie New York, Wakanda und Knowhere ist mir v.a. ein visuell spannender Ort hängen geblieben, den Thor mit Rocket und Groot besucht. Episch ist ein Wort, dass im Zusammenhang mit modernen Blockbustern oft verwendet wird und vielleicht auch oft ohne Bedacht. Hier kann man es wohl aber ohne Bedenken und mit vollem Recht einsetzen. Doch kommen wir zu dem Beef, den ich mit „Infinity War“ habe. Peter Quill aka Starlord war im ersten „Guardians“ noch super, ließ aber schon im, an sich schwächeren, „Guardians 2“ nach und wurde da schon langsam als rein launenhaft agierender Kerl aufgebaut. Seit „Infinity War“ weiß ich auch warum. Leider wird Chris Pratts Figur unglaubhafte Entscheidungen treffen, die den ganzen Fluss der Erzählung beeinflussen. Ich soll diese nach „Guardians of the Galaxy, Vol. 2“ wohl akzeptieren, aber das ist alles zu konstruiert. Konstruiert ist auch, wie die beiden Paare des MCU – Gamora & Quill und Scarlet Witch & Vision quasi vor die exakt selbe unzumutbare Aufgabe gestellt werden. Dass es hier nicht kreativer wurde, ist ein wenig enttäuschend. Tatsächlich ist der ganze Part in Wakanda bei genauem Überlegen enttäuschend und unnötig martialisch, da hier Steve Rogers‘ Credo, dass ein Leben genauso viel Wert sein sollte, wie das Vieler ad absurdum geführt wird. Es ist ein unglaublicher Kraftakt so viele Figuren sinnvoll unter einen Hut und in zweieinhalb Stunden Spielzeit zu stopfen und trotz dieser Unzulänglichkeiten, sind es Unzulänglichkeiten auf hohem Niveau. Das haben die Russo-Brüder schon ganz gut gemacht und ich würde lügen, nicht auf die Auflösung gespannt zu sein. „Black Panther“ hat mich aber insgesamt einfach mehr beeindruckt.

Fazit:

„Infinity War“ ist das „Die letzten Jedi“ des MCU. Es spaltet und macht emotional, denn jeder hat seinen Liebling und fiebert mit ihm, oder ihr, mit. Aber es hat eben auch nur ein offensichtlich vorläufiges Ende. Dinge die passieren, werden einfach so ganz offensichtlich nicht stehen bleiben. Würde ich nicht wissen, welche Filme geplant sind und wäre ein Hinweis von Dr. Strange nicht ganz so mit dem Holzhammer verabreicht worden, hätte das Ende – wie heißt es so schön – mehr „Impact“. Was ich auf gar keinen Fall empfehlen kann, ist die deutsche Synchronfassung. Gerade – und leider ist es wieder Chris Pratt – Quill klingt furchtbar naiv und die ganzen Wortwitze (nicht nur seine) zünden überhaupt nicht, da für sie offenbar keine gute Entsprechung im Deutschen gefunden werden konnte. Mich hat in einer deutschen Vorstellung die darübergelegte Tonspur echt ein paar Mal aus der Situation geholt. So offensichtlich schlecht war sie qualitativ. Ich kann mir vorstellen, dass es hier unglaublichen Zeitdruck gab, und das Endprodukt dadurch leider leidet. Insgesamt, machen die Szenen mit Thanos und die diversen Team-Ups aber echt Spaß und dieser Ride von Film hat keinen langweiligen Moment.

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Black Panther https://blog.michaelspieler.eu/2018/02/14/black-panther-review/ Wed, 14 Feb 2018 09:45:16 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=705 Black Panther weiterlesen]]> Wakanda. Eine Nation von Bauern im Herzen Afrikas. Ein Dritte-Welt-Land. So scheint es zumindest und so wird es seit Generationen nach Außen dargestellt, zum Schutze der fünf Stämme des Landes. Nach dem Tod des Königs von Wakanda bei einem Anschlag auf einen UN-Gipfel in Wien, muss dessen Sohn nach Hause zurückkehren und seinen Anspruch auf den Thron verteidigen. Ein blühendes El Dorado unsichtbar für die Welt muss sich entscheiden, wie es in Zukunft mit der Welt umgehen will und die Geister der Vergangenheit treiben es bald an die Schwelle zum Bürgerkrieg.

Marvel hat wieder einen guten Lauf. Nach dem für mich eher enttäuschenden „Guardians of the Galaxy, Vol. 2“ und „Spider-Man: Homecoming“, der ein jüngeres Publikum ansprach, konnte mich „Thor: Tag der Entscheidung“ schon wieder abholen. Hier lag es natürlich hauptsächlich an der Schrulligkeit der Charaktere und dem Humor, der den Guardians zuletzt abhanden gekommen war. Ein Trend, den nun „Black Panther“ mit erfrischend anderen Schauwerten und einer sehr guten Besetzung fortsetzen kann. Es ist wirklich schön, wie von Anfang an der gesamte Stil – von der wilden Technik, über die Kostüme und das Set-Design, bis hin zur Art und Weise der Erzählung – alles irgendwie vertraut, aber auch deutlich anders ist. „Afrikanisch“ eben – zumindest so afrikanisch, wie ich es mir vorstellen würde. Dass ein einzelnes Land für den gesamten Kontinent stehen soll, ist natürlich unmöglich, typisch westliche Anschauung und dumm. Wakanda wurde als Märchenkönigreich mit seinen fünf sehr unterschiedliche Stämmen, jedoch absichtlich so angelegt, um die Vielfalt der afrikanischen Nationen quasi im Kleinen abzubilden. So verdienen gerade die Abteilungen der Konstümbildner und der Make-Up-Künstler besonderen Respekt in meinen Augen. Diese hatten nicht ein afrikanisches Land darzustellen, sondern Fünf in Einem.

Was dabei herauskommt ist beeindruckend und glaubhaft. Die besondere Eleganz und fast magische Funktionalität der „wakandischen“ Designs, lässt Tony Stark und seine Anzüge alt aussehen. Obwohl ich schon glaube, dass er und T’Challas Schwester verdammt viel Spaß beim Tüfteln haben könnten. Sie übernimmt ein wenig die Rolle von „Q“ aus James Bond. Ein Vergleich der nicht bei der Person endet, denn gerade am Anfang fühlt sich „Black Panther“ nicht nur nach einer Herkunftsgeschichte, sondern auch nach einem waschechten und gut gemachten Spionagethriller an. Der Aufhänger des Films ist nämlich, dass Vibranium – das Metall, das einst mit einem Asteroiden in Wakanda abstürzte und dessen Reichtum und Fortschrittlichkeit begründet hat – gestohlen wurde und an den Meistbietenden in Südkorea verhökert werden soll. Danach nimmt „Black Panther“ aber erst richtig Fahrt auf und wird mit Michael B. Jordans Charakter „Killmonger“ zur zutiefst persönlichen Geschichte für das Königshaus und droht, die Vision des verstorbenen Königs T’Chaka zur Öffnung Wakandas zur Welt, zu verdrehen und ins Negative umzukehren. Um das zu verhindern bekommt Chadwick Boseman als Black Panther Unterstützung von einer Riege unfassbar großartiger Frauen. Seine Schwester Shuri (Letitia Wright) baut quasi die Ausrüstung für den Black Panther, seine Ex Nakia (Lupita Nyong’o) ist für Wakanda als hochtrainierte Spionin im Einsatz und lässt Black Widow alt aussehen und Okoye (Danai Gurira) könnte es als Anführerin der königlichen Leibgarde, wohl mit jeder themyscirischen Amazone aufnehmen.

Aber auch die Nebencharaktere können sich sehen lassen, denn diese sind mit Angela Bassett, Forest Whitakter, Daniel Kaluuya, Winston Duke, Andy Serkis und Martin Freeman gewohnt lässig und mit Klasse besetzt. Vielleicht merkt man es schon, aber visuell holt mich „Black Panther“ voll ab und konnte mich richtig begeistern. Das ist beim – in dieser Hinsicht – recht einheitlich gestrickten MCU dann doch bemerkenswert. Co-Drehbuchautor und Regisseur Ryan Coogler ist nach dem nahegehenden „Fruitvale Station“ und dem von der Kritik gefeierten „Creed“, wieder ein großer Wurf gelungen und ich hoffe noch viel Mehr von ihm zu sehen. Einen weiteren großen Gefallen fand ich an der Musik und dem Soundtrack. The Weeknd, Kendrick Lamar und alle anderen haben echt abgeliefert. Für mich ein Pflichtkauf (oder Pflicht-Stream, kostenlos auf Spotify). Der Score kommt von Ludwig Göransson, der mit Ryan Coogler auch schon in den genannten Filmen zusammengearbeitet hat und der auch im letzten Jahr den Überraschungserfolg „Get Out“ vertonte. Zudem ist „Black Panther“ nicht nur unterhaltsam, vielschichtig für einen MCU-Film und aufregend, er bedeutet Menschen auf einer Metaebene noch viel viel mehr, als ich aus meiner Position als weißem Mann heraus glaubhaft vermitteln könnte. Repräsentierung ist hier dass Stichwort und ich empfehle dazu die bewegenden Videos und Texte von PoC. Ich habe schon gelesen, wie sich von weißen Fanboys das Maul zerrissen wird, dass „Black Panther“ nicht der erste schwarze Superheld war, genauso wenig wie „Wonder Woman“ die erste Leading Woman war. Diese Erbsenzählerei beginnt immer dann, wenn sich über einen nicht-weißen Cast aufgeregt wird. Diese Generation schwarzer Jugendlicher in Amerika und überall auf der Welt hat endlich eine Identifikationsfigur, bzw. einen ganzen Blockbuster voller Identifikationsfiguren. Ein Ereignis, dass wir Weißen überhaupt nicht als solches richtig wahrnehmen, weil alle anderen Helden irgendwie eher kaukasisch aussehen, oder in der zweiten Reihe stehen. Um im MCU zu bleiben – ohne z.b. die Fans von War Machine oder Falcon vor den Kopf stoßen zu wollen – trugen schwarze Figuren bisher nicht einen ganzen Film. Nicht so, wie es einfach mal der gesamte Cast von „Black Panther“ vormacht.

„Black Panther“ macht für das MCU und den Film an sich, einen großen Sprung, ohne auf seine Wurzeln als Comic zu verleugnen und nicht ohne eine Balance aus Spaß und Ernsthaftigkeit. Großartiges Team, großartiger Film, großartige Unterhaltung.

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Pirates of the Caribbean: Salazars Rache https://blog.michaelspieler.eu/2017/05/24/salazars-rache-review/ Wed, 24 May 2017 14:50:10 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=666 Pirates of the Caribbean: Salazars Rache weiterlesen]]> Als junger Pirat geriet Jack Sparrow an einen ruhelosen, spanischen Piratenjäger – Kapitän Salazar. In die Ecke gedrängt und ohne Aussicht auf Flucht, lockt Jack Salazars Schiff in das Dreieck des Teufels, wo es auf Grund läuft und seine gesamte Mannschaft tötet. Doch wie so oft bleiben sie nicht tot und sinnen auf Rache, sobald sie ihrem nassen Grab entfliehen können. Eine Möglichkeit, die sich ihnen bieten soll, als ein anderer junger Seefahrer und Sohn eines anderen verfluchten Piraten ebenfalls ins Dreieck gerät.

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https://www.youtube.com/watch?v=2QM3mYkyl_Q&list=PLA70D4A40608AF15D

Ich bin heimlicher Fan der Pirates of the Caribbean und auch wenn der vierte Teil eher langweilig war – es fehlten mir einfach die liebgewordenen Charaktere – bin ich zuversichtlich zum Fünften ins Kino gegangen. „Fremde Gezeiten“ und die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend konnte mich nicht begeistern und viele andere vermutlich auch nicht. Deshalb kehrte man tatsächlich zur Geschichte der ursprünglichen Besetzung zurück und erzählt sie quasi in neuer Generation fort. „Am Ende der Welt“ – als Will Turner seinen Platz als Kapitän der Flying Dutchman einnahm – ist inzwischen 10 Jahre alt. So sehen wir schließlich Wills Sohn, Henry Turner, der als Kind auf seines Vaters Schiff schafft, nur um dann seine Jugend damit zu verbringen, eine Möglichkeit zu finden, den Fluch, der auf seinem Vater lastet, zu beenden.

20 Jahre nach ihrer letzten Begegnung finden wir in Henrys Rolle Brenton Thwaites („Gods of Egypt„) auf einem englischen Schiff, dass Piraten jagt. Nach ein paar Wirren gerät er an Carina Smyth, gespielt von Kaya Scodelario („Maze Runner“), die im Grunde auch nach ihrem Vater sucht. Sie hat Wissen von einem Schatz, der Henry helfen könnte – der Dreizack von Poseidon soll jeden Fluch auf See brechen können. Barbossa (Geoffrey Rush) und auch Salazar (Javier Bardem) bekommen Wind von der Sache und so entbrennt eine äußerst abenteuerliche Jagd nach dem Artefakt. “Salazars Rache” hat mir wirklich unerwartet viel Spaß gemacht. Nach „Fremde Gezeiten“ hatte ich keine so hohen Erwartungen. Tatsächlich stellt sich heraus, dass dieser fünfte Teil der bessere dritte Teil hätte sein können und die Geschichte, die mit „Fluch der Karibik“ begann, zu einem perfekten Abschluss führt.

Jetzt wäre dann aber auch in der Tat der beste Zeitpunkt, die Filmreihe ruhen zu lassen. Man soll ja mit einem Hoch aufhören. Wer Johnny Depp und seine Art Captain Jack Sparrow zu spielen nicht klar kommt, wird auch in diesem Teil nicht mit ihm warm. Die neue Generation haucht der Geschichte aber neues Leben ein und wie schon beim Original „Fluch der Karibik“, hat man dieses Gefühl von Abenteuer und Rätseln, die gelöst werden wollen. Das sieht auch wieder alles super aus, insbesondere die Schiffe. Die neue untote Mannschaft sieht indes etwas zu fake aus. Es soll der Eindruck entstehen, dass sie sich immer unter Wasser befinden, das ist Teil ihres Fluchs. Es wirkt aber zu animiert. Nicht so schlimm wie seinerzeit der digitale The Rock als Skorpionkönig in „Die Mumie 2“, aber trotzdem deutlich digital. Viele werden schon so angefressen von den vorherigen Filmen sein, dass sie dem hier keine Chance einräumen werden und das ist schade.

Regisseur Joachim Running hat 2012 auch „Kon-Tiki“ verfilmt und ich finde derselbe Geist steckt auch in “Salazars Rache”. Javier Bardems Salazar ist außerdem ein interessanterer und besser ausgearbeiteter Gegenspieler als Blackbeard und Bardem hatte sichtbar Vergnügen in der Rolle. Geoffrey Rush ist in jedem Teil als Barbossa ein Highlight und enttäuscht auch diesmal nicht. Man könnte hinsichtlich der Filmmusik meinen, Hans Zimmer hat wieder zum Taktstock gegriffen, doch es war diesmal Geoff Zanelli und er macht einen hervorragenden Job. Die Atmosphäre ist dicht und füllt die zwei Stunden bis oben hin mit Action, Freundschaft, Verrat, Rum und Schießpulver. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf und man interessiert sich tatsächlich für das Schicksal der Charaktere. Insbesondere Henry und Carina sind als neues Paar im Mittelpunkt nicht nur wunderbar besetzt, sie haben auch Chemie und tragen die Story. „Salazars Rache“ ist bestes Abenteuerkino mit einer Spur Fantasy. Ich fand den geil, also geht rein und habt Spaß. Allein die beste Bankraubszene aller Zeiten ist 8 von 10 Flaschen voll Rum wert.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2 https://blog.michaelspieler.eu/2017/04/28/guardians-of-the-galaxy-vol-2/ Fri, 28 Apr 2017 17:41:38 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=623 Guardians of the Galaxy Vol. 2 weiterlesen]]> Sie sind zurück! Star-Lord, Gamorra, Drax, Rocket Raccoon und Baby Groot verdingen sich nach ihrer Rettung von Xandar vor Ronan dem Ankläger und der Zerstörungskraft des Steins der Macht, als Söldner und lösen Probleme anderer gegen ein kleines Entgelt. So auch die Sovereign, die ihre Energiequelle durch ein multidimensionales Wesen, einen Abilisk, bedroht sehen. Als Belohnung für den Kampf gegen das Untier fließt diesmal jedoch kein Geld. Sie soll sehr viel persönlicher ausfallen.

Für Marvel-Fans besteht hier überhaupt keine Frage, Guardians 2 wird geschaut! Alle anderen, die sich vom ersten Teil gut unterhalten fühlten, werden auch diesmal wieder ihren Spaß haben. Die Musikauswahl für den zweiten Awesome Mix kann sich wieder hören lassen und die Guardians erhalten noch Zuwachs!

Was mir an Guardians 2 besonders gefallen hat, ist zunächst nicht so offensichtlich, wie das abgeschossene Witz- und Actionfeuerwerk für dass sich der Film allemal schon lohnt. Die im ersten Film wild zusammengewürfelten Charaktere, haben inzwischen etwas Zeit miteinander verbracht und wir lernen sie alle etwas besser kennen. Dabei spielen die Guardians die typische dysfunktionale Familie und das ausgesprochen gut. Das Familienthema zieht sich durch den gesamten zweiten Teil und im Hauptstrang der Geschichte, wird Peter Quills, im ersten Teil angedeutete Herkunft väterlicherseits, erkundet.

Ich fand es etwas seltsam, dass man bei der Beziehung zwischen Gamora und Peter am Anfang wieder etwas zurückgerudert ist. Am Ende von Teil 1 war mir eigentlich klar, dass sie verliebt ineinander sind und das wird hier finde ich etwas unnötig thematisiert/dramatisiert. Zumal es schon genug Baustellen zwischen den Figuren gibt. Die Ravager (Yondu und Co.) spielen diesmal auch eine größere Rolle und wir erfahren mehr über ihre Struktur. Insgesamt kann man sagen, dass Vol. 2 die Guardians und das Universum, in dem sie sich herumtreiben, etwas unterfüttert hat.

Kommen wir zu Peter Quills Eltern. Ich will nicht zu viel verraten, aber da bekannt sein dürfte, dass Kurt Russel seinen Vater spielt, ist klar, dass sie über kurz oder lang auf ihn treffen werden. Man hat sich bei Marvel dazu entschieden, von der Comicvorlage abzuweichen und das finde ich etwas schade, da die jetzt präsentierte Lösung mir tatsächlich etwas zu langweilig war. Nicht wegen Kurt Russel, der macht seine Sache ausgesprochen gut. Sondern weil Marvel hier wieder zu seiner überbeanspruchten Gussform für Bösewichte greift. Er wird tatsächlich mehr ausgebaut, als viele andere vor ihm, aber die immer wieder auftauchenden Nebenerzählstränge, insbesondere die Sovereign und ihre Drohnenflotte, lenken mir eine Spur zu sehr davon ab.

Das sind aber alles Randbemerkungen, denn Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist einfach wieder super lustig. Ihr macht nichts falsch, wenn ihr bei Aprilwetter euer Kino besucht und mit den Ganoven-Helden auf Spritztour durchs Universum geht.

Von mir gibt es dafür 8 von 10 Hyperraumsprünge. Der erste Teil war einfach mega in allen Belangen und die 10 von 10 erreicht James Gunns zweiter Beitrag zum MCU dann leider nicht.

 

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Marvel’s Doctor Strange https://blog.michaelspieler.eu/2016/10/27/marvels-doctor-strange/ Thu, 27 Oct 2016 07:30:54 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=585 Marvel’s Doctor Strange weiterlesen]]> Es ist der 27. Oktober 2016 und Marvel Studios schlägt ein neues Kapitel im MCU, dem Marvel Cinematic Universe auf. Parallele Dimensionen, alternative Realitäten und Magie gehören ab jetzt zum Kanon. Das Multiversum wurde aufgeschlossen.

Hatten wir mit Iron Man und Captain America zunächst die Abenteuer auf der Erde im Fokus und mit Thor und den Guardians das kosmische Level erreicht, kommen wir nun zur übernatürlichen Seite von Marvels Comics. Doctor Steven Strange ist Neurochirurg in New York. Er ist eingebildet, hoch intelligent und nicht sehr empathisch. Gespielt wird er von Benedict Cumberbatch und er ähnelt in einigen Zügen doch stark dessen Darstellung von Sherlock Holmes in der BBC-Serie „Sherlock“.

Nach einem Unfall ist es ihm unmöglich, seine Hände weiter zu benutzen, was ihn effektiv seiner Berufung beraubt. Nach etlichen Operationen und Versuchen, Kollegen zu experimentellen Verfahren zu überreden, hört er von einem Mann, der nach einer Querschnittslähmung wieder laufen konnte. Sein Weg soll ihn schließlich nach Nepal führen, wo ein alter Guru ihm Heilung verschaffen können soll. Worauf er sich wirklich einlässt, kann er in der ersten Momenten, in der er mit den mythischen Künsten konfrontiert wird, nur erahnen.

„Doctor Strange“ baut ein neues Charakterensamble auf, das auf Anhieb funktioniert. Zum einen passt Cumberbatch die Rolle wie angegossen, zum anderen bekommt er ebenso präsente Mitstreiter, als auch Gegner. Angefangen bei Rachel McAdams („Spotlight“) als sein Anker in der normalen Welt. Sie erlebt wohl stellvertretend für uns, das Publikum, dass plötzlich Magie teil der Welt ist und ganz ohne die Damsel in Distress zu werden. The Ancient One (Tilda Swinton, „Hail, Caesar!“), Mordo (Chiwetel Ejiofor, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) und Wong (Benedict Wong, „Marco Polo“) repräsentieren Stranges Mentoren in den mythischen Künsten. Sie sind alle recht unterschiedlich und anfangs glaubt nur Mordo sehr deutlich an Strange und seine Fähigkeiten.

Auf der Gegnerseite steht ein ehemaliger Schüler, ganz ähnlich wie Strange einer ist. Kaecilius (Mads Mikkelsen, „Hannibal“), geblendet von der Macht der dunklen Dimension und dem Willen, Unsterblichkeit zu erlangen, geht über die Leichen seiner ehemaligen Freunde und schart Eiferer um sich, um den übernatürlichen Schutz, den die Erde durch den Sorcerer Supreme erhält zu schwächen. „Doctor Strange“ ist natürlich eine Herkunftsgeschichte und deshalb muss ein vernünftiger Zeitraum darauf verwendet werden, Strange selbst und das Konzept des Multiversums einzuführen. Das gelingt nur so mittel in meinen Augen, da hier zu viele Baustellen auf einmal auftauchen und es leidet auch die Haupthandlung darunter. Seine Lehrzeit wird mehr oder weniger in ein paar Schlüsselmomenten angeschnitten und sonst in einer Montage weitestgehend übersprungen. Schließlich droht dank Kaecilius mal wieder der Weltuntergang.

Im Originalton habe ich oft wenig Probleme, aber „Doctor Strange“ würde ich tatsächlich noch einmal auf Deutsch sehen wollen. Zum einen spricht Cumberbatch sehr schnell und nuschelt dadurch fast – eben Sherlock-ähnlich – weil sein Hirn so schnell arbeitet und zum anderen wird man doch mit sehr viel Information in kurzer Zeit konfrontiert. Wenn man nicht schon in den Comics steckt. Die Haupthandlung leidet in der Form, dass sie an sich sehr einfach gehalten werden muss, damit der notwendige Rest abgearbeitet werden kann. Das wäre eigentlich eher nerdige Staffage. Der Gegner bleibt dadurch leider wieder recht farblos und Mikkelsen wird fast ein wenig verpulvert. Er hat immerhin eine persönliche Beziehung zu einigen Figuren um Doctor Strange und seine Motivation bzw. Obsession wird erklärt.

„Doctor Strange“ ist visuell beeindruckend und durchaus auch verwirrend. Effekte, die einen an „Inception“ erinnern, werden hier auf die Spitze getrieben. Oft ist es, als würde man das Geschehen durch ein Kaleidsokop betrachten. Humor und Chemie stimmen auf Anhieb, Marvel hat ein Händchen hierfür. „Doctor Strange“ macht nämlich einfach auch echt Spaß. Es ist ein wilder Trip durch Zeit und Raum und Regisseur Scott Derrickson (Sinister) lässt hier und da seine Horrorvergangenheit durchblicken. Das alles zusammen macht es auch für Nicht-Marvelfans sehr anschaubar. Die Verbindungen zum bisherigen MCU müssen erst noch geknüpft werden. Ich habe „Doctor Strange“ sehr gern gesehen und werde es wieder tun.

weiterführender Link: Marvel

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The Jungle Book https://blog.michaelspieler.eu/2016/04/25/the-jungle-book/ Mon, 25 Apr 2016 16:41:47 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=554 The Jungle Book weiterlesen]]> „The Jungle Book“ ist bereits zwei Wochenenden hintereinader auf Platz 1 der deutschen Kinocharts und das absolut zu Recht. 910.000 Besucher haben hier „The Jungle Book“ bereits gesehen und es könnten 1 Mio. werden, wenn sich Disney nicht ab diesen Donnerstag mit „The First Avenger: Civil War“, selbst die Show stiehlt.

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Die Geschichte dürfte jedem bekannt sein: Das Menschenjunge Mogli wächst, nach dem Verlust der Eltern, im Dschungel Indiens auf. Gerettet von Panther Baghira, lernt es im Tierreich zu leben und überleben. Verfolgt vom rachsüchtigen Tiger Shir Khan und beschützt vom Bären Balu, erlebt er allerlei Abenteuer. Von der dramatischen Flucht vor Shir Khan, übers Honigsammeln mit Balu, bis zum Besuch bei König Louie wird man auf eine atemberaubende Reise in den Dschungel entführt.

Schon die ersten Trailer im Kino hatten bei mir den Wunsch, diesen Film zu sehen, ausgelöst – er ist einfach spektakulär umgesetzt. Ich musste immer wieder an „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ denken, was die nahe Perfektion der Animation der Dschungelwelt und insbesondere der Tiere angeht. Sie sehen wirklich lebensecht aus, so dass einzig ihre Sprache klar macht, dass es ein Märchen ist.

Tatsächlich schreckte Favreau hier nicht davor zurück, den Dschungel in seiner ganzen Bandbreite – also auch seiner Grausamkeit – zu zeigen. Das Recht des Stärkeren oder die Gesetze der Natur spielten natürlich immer eine Rolle und das Dschungelbuch hatte auch recht bedrohliche Passagen, doch der neue Film „The Jungle Book“ lässt etliche der Verniedlichungen des Disney-Zeichtrickfilmes von 1967 für ein realistischeres Weltbild sausen. Gesungen wird an drei Stellen, von denen König Louies Lied leider völlig deplatziert wirkte, gerade weil es ein Bedrohungsszenario ad absurdum führte.

Jon Favreau hat das alles wirklich überzeugend hinbekommen und verpasst dem Material eine Frischzellenkur – so hat jede Generation sein Dschungelbuch. Bei mir liegen noch die Hörspielkassetten rum :D

Dschungelbuch Hörspiel

Leider sind die deutschen Stimmen – trotz eigentlich guter Besetzung – nicht so toll. Einzig die beiden Frauen – Heike Makatsch als Wölfin Raksha und Jessica Schwarz als Schlange Kaa konnten mich überzeugen. Ben Becker habe ich beim Tiger Shir Khan kaum als ihn erkannt. Idris Elba, der den Bösewicht im Original spricht, klingt einfach 100× geiler.

Auch ist es schade, dass man bei Disney nicht ganz über den eigenen Schatten springen konnte und die Message des Films, in das Mantra „das Gesetz des Dschungels“ verpackte, das dann auch einmal zu oft und voller Pathos rezitiert wurde. Natürlich bleibt die Geschichte im Kern gleich und so sind hier auch keine Überraschungen zu erwarten. Ich kann „The Jungle Book“ trotzdem jedem empfehlen. Schon allein die Bildgewalt ist das wert. Also schwingt(!) euch ins Kino.

weiterführender Link: Disney

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Zoomania + Gewinnspiel https://blog.michaelspieler.eu/2016/03/03/zoomania-gewinnspiel/ Thu, 03 Mar 2016 12:46:06 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=523 Zoomania + Gewinnspiel weiterlesen]]> Die Häsin Judy Hopps will seit ihrer frühesten Jugend Polizistin werden und das Leben anderer Tiere verbessern. Sie will nicht auch ein Karottenfarmer werden, wie der Rest ihrer Verwandtschaft. Nachdem sie tatsächlich die Polizeiakademie besucht und besteht, wird sie nach Zoomania (orig. Zootropolis) versetzt, dem Schmelztiegel der Tiernation.

Aufgeteilt in vier Klimazonen beherbergt die Stadt alle Wirbeltiere, die mehr oder weniger gut zusammenleben. Als nach und nach immer mehr Tiere spurlos verschwinden, sucht Hopps Hilfe beim Fuchs Nick Wilde, der die Stadt und ihre Winkel besser kennt, als sie selbst. Hier die ganze 22-Videos-lange YouTube-Playlist von Disney als Einstimmung:

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Wahnsinn. „Zoomania“ funktioniert auf so vielen Ebenen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Disney Animation beweisen, dass sie echte Geschichten mit mehreren Ebenen erzählen und niedliche Charaktere in einer fantastischen Welt als Backdrop, gefällig in ein Gesamtwerk schmieden können. Man sagt das ja bei Animationsfilmen, oder Filmen mit Kindern als Hauptzielgruppe gerne mal daher, dass ein Film für alle Altersstufen geht. Hier ist es tatsächlich wahr.

Die Dreijährigen bekommt man über die supertolle Animation, das extrem gut funktionierende 3D und die offensichtlichen Witze. Es gibt aber auch eine Ebene, die man definitiv erst ab einem bestimmten Alter versteht. Da sind zum einen Insiderjokes – Bezüge zu anderen Filmen, selbstreferentielle Satire („Let it go“) und es werden Themen zwischen Rassismus und Gleichbehandlung, als zentrale Themen von einer klassischen Detektivgeschichte umrahmt. Und jeder Witz zieht.

ZOOTOPIA - Judy, Bonnie, and Stu Hopps
ZOOMANIA – abgebildet (L-R): Judy, Bonnie und Stu Hopps. ©2016 Disney. All Rights Reserved.

Wann habt ihr das letzte Mal laut im Kino gelacht? Hier passiert das andauernd. Ihr musstet schon bei der kurzen Trailer-Szene, mit den Faultieren im Straßenverkehrsamt von Zoomania, mindestens so breit grinsen, wie Flash über den schlechten Witz? Das geht den ganzen Film über so. „Zoomania“ ist nicht nur seit Langem ein Animationsfilm („The LEGO Movie“ comes to mind) der mich wirklich begeistert hat, weil er eben nicht nur ein spezifisches Publikum anspricht, sondern alle. Wer weiß, ob hiernach der Wunsch nach Hasen (oder Faultieren) als Haustier akut wird – sorry Eltern – aber es ist schon verdammt niedlich gemacht.

Auch das kommt nicht so oft vor: Der 3D-Effekt ist hervorragend und ich hatte ein entspanntes Seherlebnis, der mich stark an „Avatar“ erinnerte, was bis heute der 3D-Benchmark für mich ist. Anstatt aus der Leinwand heraus, rein plakativ 3D einzusetzen, wird hier der Spielraum mit Tiefe erfüllt – als säße man im Kino vor einer Bühne. Die Animation ist über jeden Zweifel erhaben – natürlich stilisiert, aber hochgradig professionell. Schon allein, wie Hopps‘ Ohren genau ihren Gemütszustand wiederspiegeln oder die Fahrt mit dem Express durch die Klimazonen der Stadt ganz am Anfang – atemberaubend schön. Somit ist „Zoomania“ nicht nur erzähltechnisch, sondern auch handwerklich toll gemacht.

ZOOMANIA. ©2016 Disney. All Rights Reserved.

Von der eigentlichen Geschichte will ich nicht all zu viel verraten – denn auch das tun die Trailer ob ihrer Fülle tatsächlich nicht. Auch nehmen sie nicht die besten Jokes vorweg, sehr gut gewählt, Disney. Nur so viel: Hopps muss sich natürlich als erste Häsin in der Polizeitruppe beweisen und muss durch allerlei Reifen springen. Sie trifft schnell auf den Nichtsnutz Nick und wird in einen Fall verwickelt, der nicht so einfach ist, wie er zunächst erscheint. Es also nicht nur hübsche Animation, sondern auch eine Buddy-Cop-Komödie der besten Sorte, die ich nur jedem ans Herz legen kann. Was den Film dann von anderen abhebt, ist die eingebaute Metaebene, die aktueller nicht sein könnte – so geht es um die Rolle in der Gesellschaft, und es wird nur einmal gesungen ;)

„Zoomania“ – Regie: Byron Howard und Rich Moore; Produzent: Clark Spencer – ab heute nur im Kino!

Um Eines vorwegzunehmen: „Kung Fu Panda 3“ von DreamWorks Animation, der in zwei Wochen startet, muss hier im direkten Vergleich leider deutlich einstecken – was nicht bedeutet, dass nicht Platz für beide Filme ist. Ich hatte mir davon tatsächlich mehr erhofft. Dazu zu gegebener Zeit mehr – stay tuned!

Zoomania - Flash, Judy und Nick im DMV
ZOOMANIA – Flash, das schnellste Faultier in der Säugetierfahrzeugbehörde. ©2015 Disney. All Rights Reserved.

Gewinnspiel

Nach dieser ganzen Lobhuddelei für das neue Werk von Disney Animation, habe ich dank der Walt Disney Studios Motion Pictures Germany noch das Vergnügen, zwei Fanpakete (s. u.) an euch zu verlosen, wovon ich auf eines noch zwei Eintrittskarten zu „Zoomania“ drauflege. Ich will, dass ihr den Film seht :D

Inhalt: Eiswürfelbehälter, Plastikbecher, Sticker, Postkarten-Set

Zoomania Eiswürfelbehälter Zoomania Trinkbecher Zoomania Sticker Zoomania Postkartenset

Schreibt dazu einfach in die Kommentare, dass ihr mitmachen wollt (bitte mit einer gültigen Email-Adresse, damit euch euch erreiche) und es entscheidet das Los (random.org). Wenn ihr den Artikel über eure Lieblingsplattform teilen wollt, halte ich euch nicht auf und ihr habt bis nächsten Donnerstag (10.03.2016) Zeit zum mitmachen. Viel Glück! Die Gewinner_innen stehen fest :D

Zoomania Merchandise

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