Harry Potter und der Stein der Weisen … in Concert

Kaum, so scheint es, habe ich Die Gefährten als Filmlivekonzert genossen, erwartete mich in Berlins Waldbühne auch schon Harry Potter und der Stein der Weisen – In Concert. Das Orchester stand auch hier leider viel zu wenig im Mittelpunkt, aber die Fans selbst haben zu wenig darauf geachtet.

Für uns in Berlin spielte das Deutsche Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von John Jesensky, wie auch in München & Frankfurt. In Graz, Linz & Innsbruck übernimmt das Philharmonic Orchestra Pilsen unter der Leitung von Justin Freer die musikalische Untermalung des Films, während in Köln die Neue Philharmonie Westfalen und in Dresden freilich die Dresdner Philharmonie am Ruder sind. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg ist es gewohnt, Filmlivekonzerte zu spielen und hauchte John Williams‘ Noten zu Harry Potter und die Kammer des Schreckens routiniert Leben ein.

Im Vergleich zum Herrn der Ringe war das Aufgebot natürlich weniger opulent, da in der Filmmusik keine Chöre oder Soloeinlagen auf dem Plan stehen. Um ganz ehrlich zu sein, halten sich darin die markanten Stellen auch in Grenzen. Hedwig’s Theme, dass zur Erkennungsmelodie der Filmreihe geworden ist, ist natürlich die Ausnahme und die Harfe, die Fluffy ins Traumland schickt, gab es auch live zu hören und zu sehen. Wie dem auch sei, das Orchester hat wirklich fantastisch gespielt.

Harry Potter und der Stein der Weisen - In Concert - Die Waldbühne

Leider wurde das erwartungsgemäß hohe Fanaufkommen in der Waldbühne zu einer zweischneidigen Angelegenheit. Einerseits war da dieses Gemeinschaftserlebnis, dass man nur selten in Kinofilmen hat. Andererseits wurde wirklich jedes Detail durch Klatschen o.ä. kommentiert. Da der erste Film der Reihe natürlich eine Menge „erste Momente“ mit sich bringt, ging das Ende eines Musikstückes schon mal im Beifall für einen Augenblick im Film unter. Hermine stellt sich vor – Jubel, der Sorting Hat steckt Harry nach Griffindor – Jubel, Ron findet etwas krass – Jubel. Ihr versteht meinen Punkt. Dazu kommt, die erneut viel zu laute Tonspur, die die live gespielte Musik teilweise einfach übertönt. Den Film kennt doch jeder, der dort hingeht – das Orchester sollte optisch und klanglich im Mittelpunkt stehen. Optisch gelang das dann mit einbrechender Dunkelheit immerhin, da es beleuchtet wurde.

Alles in Allem war es ein sehr schöner Abend, aber auf ein paar unangekündigte planerische Details, hätte im Vorfeld hingewiesen werden können. Eine kleine Getränkeflasche war erlaubt, aber nur Taschen und Rucksäcke bis maximal A4-Format. Das führte bei möglichem Regenwetter und der dazu mitgebrachten Ausrüstung zu langen Schlangen und Wartezeiten an den zwei deutlich entfernten und überforderten Abgabestellen/Garderoben. Dadurch haben eine Menge Leute, inklusive uns, den Anfang des Konzerts verpasst, obwohl wir ausreichend vor Beginn vor Ort waren.

Harry Potter und der Stein der Weisen - In Concert - Ende

Harry Potter und der Stein der Weisen – in Concert wird im Oktober zunächst drei Spielstätten in Österreich besuchen, bis es im Dezember nach München und Frankfurt zurückkehrt. Köln und Dresden werden Anfang 2018 bespielt, während dann auch der zweite Teil Harry Potter und die Kammer des Schreckens – in Concert in München startet. Das ist tatsächlich erst der Beginn, denn je nach Erfolg sollen alle sieben Teile in den nächsten Jahren so aufgeführt werden.

Die Ticketpreise bewegen sich zwischen ca. 40 und ca. 100 Euro, je nach Spielort und Kategorie.