Solo: A Star Wars Story

Aufgewachsen in den Straßen von Corellia schlagen sich Han und Kira mit Gaunereien für Lady Proxima, der Patriarchin der Unterwelt auf dem Werftplaneten, durch. Als Han in den Besitz einer wertvollen Ressource gelangt, glaubt er, sich und Kira endlich ein besseres Leben – weit weg von Corellia – bieten zu können. Nach einer Verfolgungsjagd sieht er sich jedoch gezwungen, sich für den Dienst an der imperialen Militärakademie einzuschreiben und wird die nächsten drei Jahre auf die Schlachtfelder der Galaxis geschickt, bis sich ihm eine Möglichkeit bietet, ein anderes Leben einzuschlagen.

Ich musste „Solo“ ein zweites Mal sehen, da ich beim ersten Mal in der Mitte weggenickt bin und am Ende macht es gar keinen Unterschied. Fangen wir mal mit der Geschichte an. Ich habe wirklich selten ein so durchschaubares, nach Rezept 08/15 geschriebenes, Drehbuch verfilmt gesehen. Vom stereotypen Gossenkind, dass über Umwege auszubrechen versucht und schließlich als Gauner anheuert, um mit „dem einen Job“ seine große Liebe zu gewinnen. Dabei sind alle Figuren so unfassbare Abziehbilder, die ein Handbuch „Gangster für Dummies“ gelesen haben. Nur wirklich unbedarfte Filmegucker werden von den Wendungen in Solo überrascht sein. Dieses Drehbuch ist so lahm, dass man scheinbar Ron Howard brauchte, der daran keinen Anstoß findet. Jeder andere hätte daran gedreht, was wohl auch zum Abschied von Phil Lord und Chris Miller, den ursprünglichen Regisseuren des Films, führte. Howard hat 70% des Films gefilmt und bekommt somit auch allein den Platz in der Namensnennung am Ende des Films. Es gab sogar schon einen Trailer, der auf dem bis zur Star Wars Celebration Convention im April letzten Jahres gefilmten Material beruhte und dort gezeigt werden solle. Lucasfilm hat das Material samt Trailer aber jetzt wohl für alle Zeit weggeschlossen. Die Art und Weise wie die Kasdans das Drehbuch geschrieben haben und wie Howard es umgesetzt hat, wirkt sehr lieblos. Das merkt man besonders an Stellen, in denen sich lieb gewonnenen Figuren das erste Mal treffen. Han und Chewie treffen sich das erste Mal unter widrigen Bedingungen, die vielleicht an ihre kurze Zeit in der Wolkenstadt erinnern sollten, aber ultimativ total banal von Statten geht.

Bei den Figuren nun kann ich eindeutig sagen, dass Alden Ehrenreich für mich kein Han Solo ist und vielleicht nie sein wird. Ich habe ihn und seine Rolle in „Hail, Ceasar!“ und den Film selbst total gemocht und er hätte vielleicht auch als intergalaktischer Schmuggler funktionieren können, wenn er sich angesehen hätte, wie die Figur Han Solo sich wann wie verhält, anstatt sich daran aufzuhängen, wann Harrison Ford welche Grimasse zieht. Er spielt nicht Han Solo, sondern Harrison Ford nach, der Han Solo spielt. Sein Versuch an der Figur wird in den letzten Zügen des Films allerdings noch fast super, weil subtiler. Vielleicht hätte diese „Reise zur Figur die wir alle kennen und liebgewonnen haben“ etwas früher einsetzen müssen, um den Film zu retten. Als Gegenentwurf zu Ehrenreichs Solo sehe ich z.B. Chris Pines Captain Kirk. Beide Darsteller waren in etwa in der selben Situation – in eine wirklich bekannte Figur zu schlüpfen, ohne den vorherigen Darsteller nur nachzuäffen. Pine hat das – egal was man von den drei bisherigen Filmen des „J.J.-Verse“ halten mag – wirklich gut geschafft. Nicht durch endloses Wiederholen ein und desselben Grinsens, sondern durch eine gewisse Haltung in der man immer Kirk wiedererkennt. Natürlich ist das zu einem gewissen Grad eine Anlehnung an Shatners Performance, aber Pine macht sich die Figur zu eigen, etwas das Ehrenreich nie gelingt. Wie Ehrenreich in dieser Rolle und sehr engen Regieanweisungen gefangen zu sein scheint, passt Emilia Clarke leider überhaupt nicht in das Universum. Es gibt einen kurzen Moment, in der sie die Khaleesi raushängen lassen kann, nur um dann wieder zur Kira zu werden, der ich nicht einen Meter weit trauen würde. Sie hat da dieses eine Pokerface, dass sie völlig undurchdringlich macht. Kira und Han haben auch null Chemie und man soll Ihnen das die große Liebe abnehmen. Das untergräbt für mich auch so ein Bisschen die tolle Beziehung zwischen Han und Leia, denn mit der kann Kira es niemals aufnehmen. Lando wirkt auf mich, und es schmerzt mich es zu schreiben, schändlich unterdrückt und was ich damit meine, ist das Donald Glover scheinbar zur Zurückhaltung angewiesen wurde. Vielleicht bestand die Angst, dass er – wenn er der Rolle alles gegeben hätte – Ehrenreich an die Wand spielt, was wiederum Quatsch ist und Ehrenreich vielleicht mal etwas gefordert hätte. Trotzdem ist Lando von den anderen Figuren noch die Beste und natürlich nicht so vergessenswert. Thandie Newton, Woody Harrelson und Paul Bettany sind allesamt keine schlechten Schauspieler aber in Solo wirkt es, als spielten sie hauptsächlich sich selbst in Star-Wars-Kostümen. Selbst der neue Roboter-Sidekick war fast schon ein Lichtblick, als ich völlig gelangweilt war. Doch L3-37 (Phoebe Waller-Bridge) ist kein Vergleich z.B. zu K-2SO (Alan Tudyk) aus „Rogue One“. Vom Verständnis her war übrigens nur Paul Bettany super. Alle anderen nuscheln im Original und man muss sich schon anstrengen, um alles zu verstehen. Alles ist so schrecklich gewollt. Die Interaktionen von Han und Chewie sind noch mit das Beste am Film, der davon allein natürlich nicht getragen wird.

Etwas erstaunlich ist aber dann doch, wie wenig ein Leben in diesem Prequel im Star-Wars-Universum wert ist. Das ist auch anders als z.B. in „Rogue One“, dem Film, in dem berüchtigter Weise alle sterben. Dort hatten sie aber alle tiefgreifende Gründe, für die sie kämpften und als Soldaten zu sterben bereit waren. In Solo werden Leben wirklich weggeworfen und mit einigen vielversprechenden Figuren kann man gar keine Beziehung aufbauen, so schnell wird sich ihrer entledigt. Doch diese Tode bedeuten den Überlebenden scheinbar gar nichts, was zur Folge hat, dass man als Zuschauer auch keine träne vergießt. Selbst sehr persönliche Verluste werden super schnell überwunden, was einem die Figuren nicht gerade sympathischer macht. Dann wäre da noch die Gruppe der Gegenspieler zu der Gruppe der Gesetzlosen rund um Han, angeführt von Enfys Nest. Eine, in den Trailern, potentiell interessanten Figur, die im Grunde so viel Bedeutung hat, wie Captain Phasma in „Das Erwachen der Macht“ und „Die Letzten Jedi. Tatsächlich gibt es einen Wendepunkt kurz vor Ende des Films, den ich so hinzunehmen, unseren Helden und insbesondere Woody Harrelsons Beckett, keine Sekunde lang abnehme. Irgendwie schaut man auch immer wieder den selben Film, denn das Universum, in dem alle herumfliegen, oder auf Planeten mit nur einer Klimazone herumlaufen, ändert sich nicht. Die Bösen haben immer irgendwie einen Vorteil gegenüber den Guten, die Mangels Ressourcen immer wieder verlieren. Das führt alles irgendwie nirgendwohin. Dann gab es auch noch wirklich furchtbar umgesetzte Ideen, die unnötiger Weise Dinge erklären, die keine Erklärung brauchten.

Fazit:

Ich wäre tatsächlich bereit eine Fortsetzung mit Ehrenreich als Han und Chewie zu sehen, wenn man auf den Rest der Besetzung verzichtet und sowohl andere Autoren, als auch einen anderen Regisseur mitbringt, die mir die Buddykomödie geben, die ich will und nicht versuchen, einen Western im Weltall zu inszenieren, denn das gab es schon in deutlich besser mit „Firefly“. Solo ist leider deutlich fehlbesetzt und nicht unversehrt aus der Produktionshölle entkommen und dennoch merkt man die Bemühungen der Crew, einen guten Film abzuliefern. Überraschend interessant fand ich einen Teil von Hans Vorgeschichte hinsichtlich des Zustands der Galaxie zu der Zeit, den man so auch nicht in Rogue One gesehen hat.

5 von 10 Punkten

Avengers: Infinity War

Am Anfang des Universums stand der Big Bang. Überreste seiner Energie wurden in sechs Steine geschmiedet, die jeder für sich einen Teilaspekt des Lebens verkörpern. Einen Stein zu führen macht einen schon unglaublich mächtig. Zwei Steine zu führen kam bisher auch nicht vor, doch Thanos hat den Willen und die Möglichkeit, sie alle zu vereinen. Er will damit einen schrecklichen Plan in die Tat umsetzen. Thanos, ein Überlebender des Titan, musste mit ansehen, wie sein Planet sich selbst vernichtete und schwor, das Gleichgewicht im ganzen Universum wieder herzustellen.

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Black Panther

Wakanda. Eine Nation von Bauern im Herzen Afrikas. Ein Dritte-Welt-Land. So scheint es zumindest und so wird es seit Generationen nach Außen dargestellt, zum Schutze der fünf Stämme des Landes. Nach dem Tod des Königs von Wakanda bei einem Anschlag auf einen UN-Gipfel in Wien, muss dessen Sohn nach Hause zurückkehren und seinen Anspruch auf den Thron verteidigen. Ein blühendes El Dorado unsichtbar für die Welt muss sich entscheiden, wie es in Zukunft mit der Welt umgehen will und die Geister der Vergangenheit treiben es bald an die Schwelle zum Bürgerkrieg.

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Shape of Water – das Flüstern des Wassers

Es sind die 60s in Amerika. Nicht-weiße Amerikaner verrichten die niederen Arbeiten und der Weiße Mann labt sich am Wirtschaftswunder. Die Paranoia vor dem Sowjet ist groß und ein Wettrüsten findet in jeder Hinsicht statt. Eine Einheit hat im Amazonas etwas gefunden, dass sich womöglich als weitere geheime Waffe einsetzen lässt, doch wird die Situation langsam zum Debakel, als eine scheinbar unbedeutende Putzfrau eine Verbindung herstellt.

Es tut mir Leid, aber ich weiß nicht, woher die 13(!) Nominierungen für „Shape of Water“ kommen. Sicher, es ist ein süßer kleiner Film. Aber auch eher nischig und vom Gefühl eher eine Monster-der-Woche-Akte-X-Episode, auf zwei Stunden aufgeblasen.

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Star Wars: Die letzten Jedi

Wie schon bei „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ , handelt es sich hierbei um eine spoilerfreie Kritik zu „Star Wars: Die letzten Jedi“.

„Lass die Vergangenheit sterben. Töte sie. Wenn es sein muss.“

„Star Wars: Die letzten Jedi“ ist einer der überraschendsten Filme, die ich je gesehen habe. Unvorhersehbar und dadurch unfassbar aufregend. Visuell nimmt man sich nach „Rogue One“ selbst die Butter vom Brot und man konnte an einer ganz bestimmten Stelle, eine Nadel im Saal fallen hören, so still war es.

Emotional ist der Film erstaunlich tief für einen Abenteuer/Fantasy/Scifi/Action-Film, wobei Mark Hamill den besten Luke Skywalker jemals spielt. Die gesamte Besetzung ist perfekt gecastet, aber das war sie auch schon für Episode VII. Carrie Fishers Szenen sind natürlich brillant – ihre Generalin Solo IST der Widerstand. Gleichzeitig überkommt einen eine gewaltige Melancholie, sie bei ihrem letzten Auftritt zu sehen. Rey und Kylo Ren. Meine Güte sind Daisy Ridley und Adam Driver gut! Ihre komplexe Chemie treibt den ganzen Film an.

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