Statt Rand, Gedanken http://blog.michaelspieler.eu Fri, 25 May 2018 10:54:51 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.7 Solo: A Star Wars Story http://blog.michaelspieler.eu/2018/05/24/solo-a-star-wars-story-review/ Thu, 24 May 2018 21:42:56 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=749 Solo: A Star Wars Story weiterlesen]]> Aufgewachsen in den Straßen von Corellia schlagen sich Han und Kira mit Gaunereien für Lady Proxima, der Patriarchin der Unterwelt auf dem Werftplaneten, durch. Als Han in den Besitz einer wertvollen Ressource gelangt, glaubt er, sich und Kira endlich ein besseres Leben – weit weg von Corellia – bieten zu können. Nach einer Verfolgungsjagd sieht er sich jedoch gezwungen, sich für den Dienst an der imperialen Militärakademie einzuschreiben und wird die nächsten drei Jahre auf die Schlachtfelder der Galaxis geschickt, bis sich ihm eine Möglichkeit bietet, ein anderes Leben einzuschlagen.

Ich musste „Solo“ ein zweites Mal sehen, da ich beim ersten Mal in der Mitte weggenickt bin und am Ende macht es gar keinen Unterschied. Fangen wir mal mit der Geschichte an. Ich habe wirklich selten ein so durchschaubares, nach Rezept 08/15 geschriebenes, Drehbuch verfilmt gesehen. Vom stereotypen Gossenkind, dass über Umwege auszubrechen versucht und schließlich als Gauner anheuert, um mit „dem einen Job“ seine große Liebe zu gewinnen. Dabei sind alle Figuren so unfassbare Abziehbilder, die ein Handbuch „Gangster für Dummies“ gelesen haben. Nur wirklich unbedarfte Filmegucker werden von den Wendungen in Solo überrascht sein. Dieses Drehbuch ist so lahm, dass man scheinbar Ron Howard brauchte, der daran keinen Anstoß findet. Jeder andere hätte daran gedreht, was wohl auch zum Abschied von Phil Lord und Chris Miller, den ursprünglichen Regisseuren des Films, führte. Howard hat 70% des Films gefilmt und bekommt somit auch allein den Platz in der Namensnennung am Ende des Films. Es gab sogar schon einen Trailer, der auf dem bis zur Star Wars Celebration Convention im April letzten Jahres gefilmten Material beruhte und dort gezeigt werden solle. Lucasfilm hat das Material samt Trailer aber jetzt wohl für alle Zeit weggeschlossen. Die Art und Weise wie die Kasdans das Drehbuch geschrieben haben und wie Howard es umgesetzt hat, wirkt sehr lieblos. Das merkt man besonders an Stellen, in denen sich lieb gewonnenen Figuren das erste Mal treffen. Han und Chewie treffen sich das erste Mal unter widrigen Bedingungen, die vielleicht an ihre kurze Zeit in der Wolkenstadt erinnern sollten, aber ultimativ total banal von Statten geht.

Bei den Figuren nun kann ich eindeutig sagen, dass Alden Ehrenreich für mich kein Han Solo ist und vielleicht nie sein wird. Ich habe ihn und seine Rolle in „Hail, Ceasar!“ und den Film selbst total gemocht und er hätte vielleicht auch als intergalaktischer Schmuggler funktionieren können, wenn er sich angesehen hätte, wie die Figur Han Solo sich wann wie verhält, anstatt sich daran aufzuhängen, wann Harrison Ford welche Grimasse zieht. Er spielt nicht Han Solo, sondern Harrison Ford nach, der Han Solo spielt. Sein Versuch an der Figur wird in den letzten Zügen des Films allerdings noch fast super, weil subtiler. Vielleicht hätte diese „Reise zur Figur die wir alle kennen und liebgewonnen haben“ etwas früher einsetzen müssen, um den Film zu retten. Als Gegenentwurf zu Ehrenreichs Solo sehe ich z.B. Chris Pines Captain Kirk. Beide Darsteller waren in etwa in der selben Situation – in eine wirklich bekannte Figur zu schlüpfen, ohne den vorherigen Darsteller nur nachzuäffen. Pine hat das – egal was man von den drei bisherigen Filmen des „J.J.-Verse“ halten mag – wirklich gut geschafft. Nicht durch endloses Wiederholen ein und desselben Grinsens, sondern durch eine gewisse Haltung in der man immer Kirk wiedererkennt. Natürlich ist das zu einem gewissen Grad eine Anlehnung an Shatners Performance, aber Pine macht sich die Figur zu eigen, etwas das Ehrenreich nie gelingt. Wie Ehrenreich in dieser Rolle und sehr engen Regieanweisungen gefangen zu sein scheint, passt Emilia Clarke leider überhaupt nicht in das Universum. Es gibt einen kurzen Moment, in der sie die Khaleesi raushängen lassen kann, nur um dann wieder zur Kira zu werden, der ich nicht einen Meter weit trauen würde. Sie hat da dieses eine Pokerface, dass sie völlig undurchdringlich macht. Kira und Han haben auch null Chemie und man soll Ihnen das die große Liebe abnehmen. Das untergräbt für mich auch so ein Bisschen die tolle Beziehung zwischen Han und Leia, denn mit der kann Kira es niemals aufnehmen. Lando wirkt auf mich, und es schmerzt mich es zu schreiben, schändlich unterdrückt und was ich damit meine, ist das Donald Glover scheinbar zur Zurückhaltung angewiesen wurde. Vielleicht bestand die Angst, dass er – wenn er der Rolle alles gegeben hätte – Ehrenreich an die Wand spielt, was wiederum Quatsch ist und Ehrenreich vielleicht mal etwas gefordert hätte. Trotzdem ist Lando von den anderen Figuren noch die Beste und natürlich nicht so vergessenswert. Thandie Newton, Woody Harrelson und Paul Bettany sind allesamt keine schlechten Schauspieler aber in Solo wirkt es, als spielten sie hauptsächlich sich selbst in Star-Wars-Kostümen. Selbst der neue Roboter-Sidekick war fast schon ein Lichtblick, als ich völlig gelangweilt war. Doch L3-37 (Phoebe Waller-Bridge) ist kein Vergleich z.B. zu K-2SO (Alan Tudyk) aus „Rogue One“. Vom Verständnis her war übrigens nur Paul Bettany super. Alle anderen nuscheln im Original und man muss sich schon anstrengen, um alles zu verstehen. Alles ist so schrecklich gewollt. Die Interaktionen von Han und Chewie sind noch mit das Beste am Film, der davon allein natürlich nicht getragen wird.

Etwas erstaunlich ist aber dann doch, wie wenig ein Leben in diesem Prequel im Star-Wars-Universum wert ist. Das ist auch anders als z.B. in „Rogue One“, dem Film, in dem berüchtigter Weise alle sterben. Dort hatten sie aber alle tiefgreifende Gründe, für die sie kämpften und als Soldaten zu sterben bereit waren. In Solo werden Leben wirklich weggeworfen und mit einigen vielversprechenden Figuren kann man gar keine Beziehung aufbauen, so schnell wird sich ihrer entledigt. Doch diese Tode bedeuten den Überlebenden scheinbar gar nichts, was zur Folge hat, dass man als Zuschauer auch keine träne vergießt. Selbst sehr persönliche Verluste werden super schnell überwunden, was einem die Figuren nicht gerade sympathischer macht. Dann wäre da noch die Gruppe der Gegenspieler zu der Gruppe der Gesetzlosen rund um Han, angeführt von Enfys Nest. Eine, in den Trailern, potentiell interessanten Figur, die im Grunde so viel Bedeutung hat, wie Captain Phasma in „Das Erwachen der Macht“ und „Die Letzten Jedi. Tatsächlich gibt es einen Wendepunkt kurz vor Ende des Films, den ich so hinzunehmen, unseren Helden und insbesondere Woody Harrelsons Beckett, keine Sekunde lang abnehme. Irgendwie schaut man auch immer wieder den selben Film, denn das Universum, in dem alle herumfliegen, oder auf Planeten mit nur einer Klimazone herumlaufen, ändert sich nicht. Die Bösen haben immer irgendwie einen Vorteil gegenüber den Guten, die Mangels Ressourcen immer wieder verlieren. Das führt alles irgendwie nirgendwohin. Dann gab es auch noch wirklich furchtbar umgesetzte Ideen, die unnötiger Weise Dinge erklären, die keine Erklärung brauchten.

Fazit:

Ich wäre tatsächlich bereit eine Fortsetzung mit Ehrenreich als Han und Chewie zu sehen, wenn man auf den Rest der Besetzung verzichtet und sowohl andere Autoren, als auch einen anderen Regisseur mitbringt, die mir die Buddykomödie geben, die ich will und nicht versuchen, einen Western im Weltall zu inszenieren, denn das gab es schon in deutlich besser mit „Firefly“. Solo ist leider deutlich fehlbesetzt und nicht unversehrt aus der Produktionshölle entkommen und dennoch merkt man die Bemühungen der Crew, einen guten Film abzuliefern. Überraschend interessant fand ich einen Teil von Hans Vorgeschichte hinsichtlich des Zustands der Galaxie zu der Zeit, den man so auch nicht in Rogue One gesehen hat.

5 von 10 Punkten

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Avengers: Infinity War http://blog.michaelspieler.eu/2018/04/25/avengers-3-review/ Wed, 25 Apr 2018 13:44:17 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=713 Avengers: Infinity War weiterlesen]]> Am Anfang des Universums stand der Big Bang. Überreste seiner Energie wurden in sechs Steine geschmiedet, die jeder für sich einen Teilaspekt des Lebens verkörpern. Einen Stein zu führen macht einen schon unglaublich mächtig. Zwei Steine zu führen kam bisher auch nicht vor, doch Thanos hat den Willen und die Möglichkeit, sie alle zu vereinen. Er will damit einen schrecklichen Plan in die Tat umsetzen. Thanos, ein Überlebender des Titan, musste mit ansehen, wie sein Planet sich selbst vernichtete und schwor, das Gleichgewicht im ganzen Universum wieder herzustellen.

„Infinity War“ setzt direkt nach den Ereignissen von „Thor: Tag der Entscheidung“ (also im Weltall) bzw. „Black Panther“ (auf der Erde) an und wir bekommen zu sehen, was Thors Schiff voller Asgard-Flüchtlingen zustößt. Diese Eröffnung legt die Grundlage für alles Weitere und setzt uns der Atmosphäre aus, die uns den ganzen Film über begleiten soll. Zehn Jahre lang werden wir inzwischen mehrfach im Jahr mit zweistündiger Unterhaltung aus dem Marvel-Comicuniversum versorgt. Gefühlt wurde gerade bei den letzten drei Filmen – inklusive „Infinity War“ – die Schlagzahl erhöht und das Marvel-Jahr ist noch nicht gelaufen. Kaum war Thors Schwester Hela besiegt und Asgard im wohl besten Thor-Film durch die Klinge von Sutur zu Sternenstaub zerborsten, wurden wir nach Wakanda eingeladen. Wakanda – wo Magie und Hochtechnologie ineinander fließen und Tradition das Handeln Aller definiert. Beide haben jeder auf seine Weise gespalten und dennoch ihr Publikum gefunden, wobei Marvel wohl vom Erfolg von „Black Panther“ überrascht wurde, wenn man sich den – im Vergleich doch geringen – Anteil der Afrikaner an „Avengers: Infinity War“ ansieht. Sicher, Wakanda ist ein Schauplatz des Films, doch bleiben die Charaktere etwas untergenutzt. Ich verrate glaube ich auch nicht zu viel, wenn Rhodes aka War Machine und Falcon auch wieder mal eher am Rande auftreten. Das gleiche Schicksal teilt Wong, der neben Dr. Strange, als einzig anderer Meister der mystischen Mächte, einen Auftritt hat.

Der Film schafft es aber trotz der genannten, wenig benutzten Figuren, ein durchaus gefälliges Gleichgewicht zwischen allen Schauplätzen und den dort handelnden Figuren herzustellen. Ich las im Vorfeld, dass keine der bekannten Figuren eine große Entwicklung erfahren würde und das ist zwar im Grunde richtig, aber auch völlig unnötig für ein so komplexes Spektakel wie „Infinity War“. Schließlich bekamen alle Avengers, Guardians, Asgardianer und Wakandaer dazu bereits Gelegenheit – in ihren eigenen Filmen. Thanos steht im Mittelpunkt von „Infinity War“ und wir erfahren endlich, was ihn umtreibt. Und so sollte es auch sein. Ich war überrascht welche Tiefe Thanos dann nämlich bekommen hat und wie wahnsinnig er auch scheinen mag, eine – für ihn – schlüssige Logik hinter seinem Handeln steckt. Josh Brolin unter der digitalen Maske des Thanos wird unterstützt von seinen Kindern, geraubten Ziehkindern wie Gamora und Nebula, die sich in der Black Order versammeln. Diese seine Generäle, seine verlängerten Arme, schickt er aus, um die Infinity Steine einzusammeln, nun da er weiß, wie auch wir als Zuschauer wissen, wo sie alle zu finden sind. Alle bis auf einen. Doch das Geheimnis um den Seelenstein, ist einer der faszinierendsten Teilaspekte des Films und soll hier nicht weiter besprochen werden. Marvel entschied sich dazu, die Black Order und Thanos zwar mit Schauspielern zu drehen, aber hinter digitalen, statt prosthetischen Masken zu verstecken. Das funktioniert bei Thanos und Ebony Maw zwar ganz gut, aber da, bis auf Thanos selbst und den Hühnen Cull Obsidian keine Größenunterschiede zu Menschen zu erkennen sind, finde ich die Entscheidung fragwürdig. Hier und da kann man eine gewisse unnatürliche Bewegung der digitalen Geschöpfe ausmachen. Wo wir gerade bei CGI sind, die nicht dem im Durchschnitt hohen Niveau des Films entsprechen: Bruce Banner schlüpft im Laufe des Films in den Hulk-Buster-Anzug und sieht ohne Helm einfach nur dämlich aus. Ebony Maw und sein Auftritt waren tatsächlich das Spannendste und Coolste an der Black Order.

Davon abgesehen sieht jeder Schauplatz fantastisch aus und auch sehr deutlich anders zu jedem anderen. Neben bekannten Orten wie New York, Wakanda und Knowhere ist mir v.a. ein visuell spannender Ort hängen geblieben, den Thor mit Rocket und Groot besucht. Episch ist ein Wort, dass im Zusammenhang mit modernen Blockbustern oft verwendet wird und vielleicht auch oft ohne Bedacht. Hier kann man es wohl aber ohne Bedenken und mit vollem Recht einsetzen. Doch kommen wir zu dem Beef, den ich mit „Infinity War“ habe. Peter Quill aka Starlord war im ersten „Guardians“ noch super, ließ aber schon im, an sich schwächeren, „Guardians 2“ nach und wurde da schon langsam als rein launenhaft agierender Kerl aufgebaut. Seit „Infinity War“ weiß ich auch warum. Leider wird Chris Pratts Figur unglaubhafte Entscheidungen treffen, die den ganzen Fluss der Erzählung beeinflussen. Ich soll diese nach „Guardians of the Galaxy, Vol. 2“ wohl akzeptieren, aber das ist alles zu konstruiert. Konstruiert ist auch, wie die beiden Paare des MCU – Gamora & Quill und Scarlet Witch & Vision quasi vor die exakt selbe unzumutbare Aufgabe gestellt werden. Dass es hier nicht kreativer wurde, ist ein wenig enttäuschend. Tatsächlich ist der ganze Part in Wakanda bei genauem Überlegen enttäuschend und unnötig martialisch, da hier Steve Rogers‘ Credo, dass ein Leben genauso viel Wert sein sollte, wie das Vieler ad absurdum geführt wird. Es ist ein unglaublicher Kraftakt so viele Figuren sinnvoll unter einen Hut und in zweieinhalb Stunden Spielzeit zu stopfen und trotz dieser Unzulänglichkeiten, sind es Unzulänglichkeiten auf hohem Niveau. Das haben die Russo-Brüder schon ganz gut gemacht und ich würde lügen, nicht auf die Auflösung gespannt zu sein. „Black Panther“ hat mich aber insgesamt einfach mehr beeindruckt.

Fazit:

„Infinity War“ ist das „Die letzten Jedi“ des MCU. Es spaltet und macht emotional, denn jeder hat seinen Liebling und fiebert mit ihm, oder ihr, mit. Aber es hat eben auch nur ein offensichtlich vorläufiges Ende. Dinge die passieren, werden einfach so ganz offensichtlich nicht stehen bleiben. Würde ich nicht wissen, welche Filme geplant sind und wäre ein Hinweis von Dr. Strange nicht ganz so mit dem Holzhammer verabreicht worden, hätte das Ende – wie heißt es so schön – mehr „Impact“. Was ich auf gar keinen Fall empfehlen kann, ist die deutsche Synchronfassung. Gerade – und leider ist es wieder Chris Pratt – Quill klingt furchtbar naiv und die ganzen Wortwitze (nicht nur seine) zünden überhaupt nicht, da für sie offenbar keine gute Entsprechung im Deutschen gefunden werden konnte. Mich hat in einer deutschen Vorstellung die darübergelegte Tonspur echt ein paar Mal aus der Situation geholt. So offensichtlich schlecht war sie qualitativ. Ich kann mir vorstellen, dass es hier unglaublichen Zeitdruck gab, und das Endprodukt dadurch leider leidet. Insgesamt, machen die Szenen mit Thanos und die diversen Team-Ups aber echt Spaß und dieser Ride von Film hat keinen langweiligen Moment.

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Black Panther http://blog.michaelspieler.eu/2018/02/14/black-panther-review/ Wed, 14 Feb 2018 09:45:16 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=705 Black Panther weiterlesen]]> Wakanda. Eine Nation von Bauern im Herzen Afrikas. Ein Dritte-Welt-Land. So scheint es zumindest und so wird es seit Generationen nach Außen dargestellt, zum Schutze der fünf Stämme des Landes. Nach dem Tod des Königs von Wakanda bei einem Anschlag auf einen UN-Gipfel in Wien, muss dessen Sohn nach Hause zurückkehren und seinen Anspruch auf den Thron verteidigen. Ein blühendes El Dorado unsichtbar für die Welt muss sich entscheiden, wie es in Zukunft mit der Welt umgehen will und die Geister der Vergangenheit treiben es bald an die Schwelle zum Bürgerkrieg.

Marvel hat wieder einen guten Lauf. Nach dem für mich eher enttäuschenden „Guardians of the Galaxy, Vol. 2“ und „Spider-Man: Homecoming“, der ein jüngeres Publikum ansprach, konnte mich „Thor: Tag der Entscheidung“ schon wieder abholen. Hier lag es natürlich hauptsächlich an der Schrulligkeit der Charaktere und dem Humor, der den Guardians zuletzt abhanden gekommen war. Ein Trend, den nun „Black Panther“ mit erfrischend anderen Schauwerten und einer sehr guten Besetzung fortsetzen kann. Es ist wirklich schön, wie von Anfang an der gesamte Stil – von der wilden Technik, über die Kostüme und das Set-Design, bis hin zur Art und Weise der Erzählung – alles irgendwie vertraut, aber auch deutlich anders ist. „Afrikanisch“ eben – zumindest so afrikanisch, wie ich es mir vorstellen würde. Dass ein einzelnes Land für den gesamten Kontinent stehen soll, ist natürlich unmöglich, typisch westliche Anschauung und dumm. Wakanda wurde als Märchenkönigreich mit seinen fünf sehr unterschiedliche Stämmen, jedoch absichtlich so angelegt, um die Vielfalt der afrikanischen Nationen quasi im Kleinen abzubilden. So verdienen gerade die Abteilungen der Konstümbildner und der Make-Up-Künstler besonderen Respekt in meinen Augen. Diese hatten nicht ein afrikanisches Land darzustellen, sondern Fünf in Einem.

Was dabei herauskommt ist beeindruckend und glaubhaft. Die besondere Eleganz und fast magische Funktionalität der „wakandischen“ Designs, lässt Tony Stark und seine Anzüge alt aussehen. Obwohl ich schon glaube, dass er und T’Challas Schwester verdammt viel Spaß beim Tüfteln haben könnten. Sie übernimmt ein wenig die Rolle von „Q“ aus James Bond. Ein Vergleich der nicht bei der Person endet, denn gerade am Anfang fühlt sich „Black Panther“ nicht nur nach einer Herkunftsgeschichte, sondern auch nach einem waschechten und gut gemachten Spionagethriller an. Der Aufhänger des Films ist nämlich, dass Vibranium – das Metall, das einst mit einem Asteroiden in Wakanda abstürzte und dessen Reichtum und Fortschrittlichkeit begründet hat – gestohlen wurde und an den Meistbietenden in Südkorea verhökert werden soll. Danach nimmt „Black Panther“ aber erst richtig Fahrt auf und wird mit Michael B. Jordans Charakter „Killmonger“ zur zutiefst persönlichen Geschichte für das Königshaus und droht, die Vision des verstorbenen Königs T’Chaka zur Öffnung Wakandas zur Welt, zu verdrehen und ins Negative umzukehren. Um das zu verhindern bekommt Chadwick Boseman als Black Panther Unterstützung von einer Riege unfassbar großartiger Frauen. Seine Schwester Shuri (Letitia Wright) baut quasi die Ausrüstung für den Black Panther, seine Ex Nakia (Lupita Nyong’o) ist für Wakanda als hochtrainierte Spionin im Einsatz und lässt Black Widow alt aussehen und Okoye (Danai Gurira) könnte es als Anführerin der königlichen Leibgarde, wohl mit jeder themyscirischen Amazone aufnehmen.

Aber auch die Nebencharaktere können sich sehen lassen, denn diese sind mit Angela Bassett, Forest Whitakter, Daniel Kaluuya, Winston Duke, Andy Serkis und Martin Freeman gewohnt lässig und mit Klasse besetzt. Vielleicht merkt man es schon, aber visuell holt mich „Black Panther“ voll ab und konnte mich richtig begeistern. Das ist beim – in dieser Hinsicht – recht einheitlich gestrickten MCU dann doch bemerkenswert. Co-Drehbuchautor und Regisseur Ryan Coogler ist nach dem nahegehenden „Fruitvale Station“ und dem von der Kritik gefeierten „Creed“, wieder ein großer Wurf gelungen und ich hoffe noch viel Mehr von ihm zu sehen. Einen weiteren großen Gefallen fand ich an der Musik und dem Soundtrack. The Weeknd, Kendrick Lamar und alle anderen haben echt abgeliefert. Für mich ein Pflichtkauf (oder Pflicht-Stream, kostenlos auf Spotify). Der Score kommt von Ludwig Göransson, der mit Ryan Coogler auch schon in den genannten Filmen zusammengearbeitet hat und der auch im letzten Jahr den Überraschungserfolg „Get Out“ vertonte. Zudem ist „Black Panther“ nicht nur unterhaltsam, vielschichtig für einen MCU-Film und aufregend, er bedeutet Menschen auf einer Metaebene noch viel viel mehr, als ich aus meiner Position als weißem Mann heraus glaubhaft vermitteln könnte. Repräsentierung ist hier dass Stichwort und ich empfehle dazu die bewegenden Videos und Texte von PoC. Ich habe schon gelesen, wie sich von weißen Fanboys das Maul zerrissen wird, dass „Black Panther“ nicht der erste schwarze Superheld war, genauso wenig wie „Wonder Woman“ die erste Leading Woman war. Diese Erbsenzählerei beginnt immer dann, wenn sich über einen nicht-weißen Cast aufgeregt wird. Diese Generation schwarzer Jugendlicher in Amerika und überall auf der Welt hat endlich eine Identifikationsfigur, bzw. einen ganzen Blockbuster voller Identifikationsfiguren. Ein Ereignis, dass wir Weißen überhaupt nicht als solches richtig wahrnehmen, weil alle anderen Helden irgendwie eher kaukasisch aussehen, oder in der zweiten Reihe stehen. Um im MCU zu bleiben – ohne z.b. die Fans von War Machine oder Falcon vor den Kopf stoßen zu wollen – trugen schwarze Figuren bisher nicht einen ganzen Film. Nicht so, wie es einfach mal der gesamte Cast von „Black Panther“ vormacht.

„Black Panther“ macht für das MCU und den Film an sich, einen großen Sprung, ohne auf seine Wurzeln als Comic zu verleugnen und nicht ohne eine Balance aus Spaß und Ernsthaftigkeit. Großartiges Team, großartiger Film, großartige Unterhaltung.

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Shape of Water – das Flüstern des Wassers http://blog.michaelspieler.eu/2018/02/12/shape-of-water-review/ Mon, 12 Feb 2018 20:46:41 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=699 Shape of Water – das Flüstern des Wassers weiterlesen]]> Es sind die 60s in Amerika. Nicht-weiße Amerikaner verrichten die niederen Arbeiten und der Weiße Mann labt sich am Wirtschaftswunder. Die Paranoia vor dem Sowjet ist groß und ein Wettrüsten findet in jeder Hinsicht statt. Eine Einheit hat im Amazonas etwas gefunden, dass sich womöglich als weitere geheime Waffe einsetzen lässt, doch wird die Situation langsam zum Debakel, als eine scheinbar unbedeutende Putzfrau eine Verbindung herstellt.

Es tut mir Leid, aber ich weiß nicht, woher die 13(!) Nominierungen für „Shape of Water“ kommen. Sicher, es ist ein süßer kleiner Film. Aber auch eher nischig und vom Gefühl eher eine Monster-der-Woche-Akte-X-Episode, auf zwei Stunden aufgeblasen.

Die verpflichteten Schauspieler spielen ohne Zweifel auf gewohnt hohem Niveau, aber oscar-würdig? Die Story an sich ist wenig kompliziert und schnell erzählt. Es wird hauptsächlich durch Elisa (Sally Hawkins) süß und verträumt. Natürlich spricht der Film große Themen, wie Gleichheit und Gerechtigkeit an, was mir aber ein Spur zu künstlich, durch die Stummheit dieser Hauptfigur, erhoben wird. Die Frau ohne Stimme spricht am Lautesten und die Wahrheit. Als wäre ihre Stummheit ein eingebauter Oscargarant. Für mich hat sich „Shape of Water“ nicht groß von anderen Werken von Guillermo Del Toro unterschieden, von denen ich zugegebener Maßen auch großer Fan bin. Immer wieder musste ich an „Pans Labyrinth“ denken, dass sich eine spezifische Ära als Hintergrund vornimmt – eine Ära voller Gewalt – und ein fantastisches Element oben drauf setzt. Genau das selbe Muster verfolgt auch „Shape of Water“ mit dem detailreich und liebevoll herbeigezauberten Amerika der 1960er Jahre, mit all seinen politischen und gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten, auf das das fantastische Element des Gottes aus dem Amazonas gesetzt wurde. Das hat alles ganz hohes Niveau, aber es fühlt sich an wie das völlig überhypte „Stranger Things“ auf Netflix. Als wäre es daraufhin programmiert, genau alle diese Knöpfe zu drücken.

Elisas schwuler Nachbar & Werbezeichner Giles, gespielt von Richard Jenkins und Elsias Kollegin Zelda, gespielt von „Hidden Figure“ Octavia Spencer, leihen Elisa für den Zuschauer ihre Stimme und sind dabei natürlich ganz zauberhaft. Auf der anderen Seite ist da Michael Shannon, der mal wieder den Bösewicht spielen darf und zwar ohne jede Hemmung. Richtig fies, unmenschlich und arschlöchrig – jemanden den das Publikum sofort leidenschaftlich hassen kann. Und darin liegt für mich das Problem, dass ich mit „Shape of Water“ habe – diese stumpfen Gegenpole langweilen mich einfach und luden auch hier zum Gähnen ein. Außerdem fand ich Shannon in seiner Rolle des Verhörers Richard Strickland viel zu übertrieben. Doug Jones, der schon in „Hellboy“ die Wasserkreatur Abe Sapien spielen durfte und zuletzt Commander Saru in „Star Trek: Discovery“, schlüpft in die Rolle des „Monsters“, in das sich Elisa verliebt. Leider darf der nur durch Körpereinsatz glänzen und beeindruckt durchaus damit, dass er durch unfassbar viel Make-up noch Emotionen auf seinem Gesicht zeigen kann. Aber nicht nur die Figuren sind überhöhte Klischees: Vieles ist an den Haaren herbeigezogen und soll irgendwie magisch wirken. Dieses Märchen für Erwachsene strotzt aber auch vor zu realer Gewalt, Blut und Sex, was mir diesen Abstand zum Märchen raubte. Da ist auf einer Seite das Hyperreale – weil Del Toro einfach nicht widerstehen kann, einen Gewaltexzess zu inszenieren – und auf der Anderen das Verspielte, Verträumte, Magische. Was beim erwähnten „Pans Labyrinth“ noch zusammenging, hat mich als Zuschauer von „Shape of Water“ aus dem Film gerissen. Die Romanze zwischen Elisa und der Kreatur kommt aus dem Nichts und wird allein durch ihre jeweilige Verschiedenheit zu allen anderen begründet. Außerdem erscheint Elisa als dauergeile Nymphomanin, was sie ein ums andere Mal – in meinen Augen – als zutiefst egoistische Person darstellt.

Alexandre Desplats Filmmusik kann sich allerdings wieder einmal hören lassen. Gerade das Hauptthema ist wunderschön geworden. Die anderen Stücke sind wie aus der Zeit gefallen und fangen die 60er auch großartig ein. Wie schon erwähnt, hat auch hier die Ausstattung Großes geleistet und die Film-60s glaubhaft umgesetzt. Del Toro sollte das mit der Romantik in seinen Filmen aber noch einmal überdenken. Das hat für mich vorn und hinten nicht funktioniert und war schlimmer, als jede französische Schmonzette. Das Einzige Fantastische war die Kreatur, die hier sprichwörtlich „out of water“ war – der eine entsprechend fantastische Umgebung fehlte. Schade. Ich habe „Shape of Water“ nicht gehasst, aber ich finde ihn auch nicht supergrandios. „Die Schöne und das Biest“ war hier spannender und magischer, als diese seltsame Kopie. Es tut mir echt Leid, aber Setting, Spionage-Plot und süße Darsteller, tragen dann auch nur ein paar Sterne weit. Dem Hauptplot konnte ich wenig abgewinnen, so das mich die Nebenerzählstränge viel mehr interessierten.

„Shape of Water“ ist eine sehr einfach gestrickte Die-Schöne-und-das-Biest-Romanze in einer sehr harschen Umgebung, mit einer Spur zu viel Wahnsinn, Gewalt und zu hohen Erwartungen. Es ist ein süßer kleiner Film, der es nicht sein wollte, aber nicht mehr. Da hat „Black Panther“ diese Woche deutlich mehr fürs Eintrittsgeld zu bieten.

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Star Wars: Die letzten Jedi http://blog.michaelspieler.eu/2017/12/13/star-wars-die-letzten-jedi/ Wed, 13 Dec 2017 21:15:37 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=688 Star Wars: Die letzten Jedi weiterlesen]]> Wie schon bei „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ , handelt es sich hierbei um eine spoilerfreie Kritik zu „Star Wars: Die letzten Jedi“.

„Lass die Vergangenheit sterben. Töte sie. Wenn es sein muss.“

„Star Wars: Die letzten Jedi“ ist einer der überraschendsten Filme, die ich je gesehen habe. Unvorhersehbar und dadurch unfassbar aufregend. Visuell nimmt man sich nach „Rogue One“ selbst die Butter vom Brot und man konnte an einer ganz bestimmten Stelle, eine Nadel im Saal fallen hören, so still war es.

Emotional ist der Film erstaunlich tief für einen Abenteuer/Fantasy/Scifi/Action-Film, wobei Mark Hamill den besten Luke Skywalker jemals spielt. Die gesamte Besetzung ist perfekt gecastet, aber das war sie auch schon für Episode VII. Carrie Fishers Szenen sind natürlich brillant – ihre Generalin Solo IST der Widerstand. Gleichzeitig überkommt einen eine gewaltige Melancholie, sie bei ihrem letzten Auftritt zu sehen. Rey und Kylo Ren. Meine Güte sind Daisy Ridley und Adam Driver gut! Ihre komplexe Chemie treibt den ganzen Film an.

„Die letzten Jedi“ ist eine Spur zu lang und man merkt diese Zeit. Ihr kennt es, wenn ich, oder andere Schreiben: „Das waren 150 Minuten, aber die waren im Flug vorüber?“ Hier merkt man die Zeit schon. Geschuldet ist das meiner Meinung nach einer speziellen Seitengeschichte, die an sich interessant ist und die weit entfernte Galaxis vor langer, langer Zeit bereichert, aber an „Die letzten Jedi“ mehr oder weniger angehängt wirkt. Als hätte Regisseur Rian Johnson nicht so ganz gewusst, was er mit einigen Charakteren machen soll, die er von J.J. Abrams geerbt hat. Und seien wir ehrlich es sind derer eine Menge. Diese Geschichte hätte einen eigenen Film füllen können, ist aber ultimativ ohne Konsequenz für unsere Helden und Bösewichte.

Rian Johnson ist im besten Sinne frech mit den Konventionen eines Star-Wars-Films umgegangen. Er lockt einen in eine gedankliche Richtung, nur um das Geschehen dann um 180° zu drehen. Jedes Mal, wenn Du denkst, Du weißt was passieren wird, wirst Du eine Überraschung erleben. Dieser Film ist ganz eindeutig ein Star-Wars-Film, aber eben auch sehr eindeutig ein Rian-Johnson-Film, indem er seine Figuren das Genre kommentieren lässt. Die Weltraumoper, die sich ihres Status als solche bewusst ist. Das macht das Ganz sehr modern und bringt einen Humor mit, den man mögen muss, der aber nicht so weit weg ist, von dem was wir schon in „Das Erwachen der Macht“ z.B. von Poe Dameron gewohnt sind.

Es gibt ein paar – für mich persönlich – unbefriedigend behandelte Aspekte, die tatsächlich keine Auswirkung auf die eigentliche Geschichte haben, aber für Fans eben doch interessant gewesen wären. Aspekte die Johnson, wenn er sie behandelt hat, am Rande hat fallen lassen. Es wird sicher nicht nur mir so gehen, denn schaut man sich beispielsweise YouTube an, ist es voll mit Videos über Fantheorien, die „uns“ seit Dezember 2015 über Wasser ge- und den Hype aufrecht erhalten haben. Das kam Disney also ganz gelegen, nicht konkreter zu werden und nun fühlt es sich wie ein kleiner Schlag vor den Kopf an.

„Star Wars: Die letzten Jedi“ hat Anleihen an „Das Imperium schlägt zurück“ UND „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, aber alles ist nicht einfach plump geklaut oder 1:1 übernommen, um einen Nostalgiefaktor zu befriedigen. Es mag zuerst widersprüchlich klingen, aber obwohl die Charaktere hier eher einen Schritt zur Seite gemacht haben, hat das gesamte Franchise mit Episode VIII einen gewaltigen Schritt vollzogen. Es hat sich endgültig vom Ballast der Vergangenheit befreit, ohne respektlos zu werden und kann in Epsiode IX ganz eigene Wege gehen. Vielleicht wird J.J. dann einige der Fragen, die er selbst offen gelassen hat doch noch befriedigend beantworten.

Johnson hat hier viele kleine Ideen, Einfälle und Wendungen aneinandergereiht und sehr befriedigend miteinander verbunden. Es ist ein Star-Wars-Film. Aber keiner wie ich ihn bisher gesehen habe. Er strahlt auch eine gewisse Eleganz aus, einen Stil, der seine Schöpfer überdauern wird. Die Originaltrilogie kann man sich heute ansehen und die funktioniert einfach und sie wird für künftige Generationen funktionieren. Die Prequeltrilogie (bis auf Epsiode III vielleicht) sieht jetzt schon sehr altbacken und computerspielmäßig aus und es fehlt ihr auch dieses epische Gefühl. Ganz im Gegenteil zu „Die letzten Jedi“. Vieles davon ist sicherlich den Effektmeistern geschuldet, die erneut sehr viele praktische Effekte eingesetzt haben und viel vor Ort gedreht wurde. Die Stadt Canto Bight ist z.B. das wunderschöne, umgestaltete Dubrovnik, das ja auch schon als Kulisse für Königsmund in der Serie „Game of Thrones“ herhalten durfte.

„Star Wars: Die letzten Jedi“ ist kein perfekter Film, aber er ist extrem unterhaltsam, hat Humor, der für mich funktioniert, Charaktere, die für mich wirklich wichtig sind und um meine erste Reaktion nach dem Film wiederzugeben: „Ich habe so etwas noch nie gesehen.“ Man muss nach dem Kinobesuch einfach erst Einmal sehr sehr viel verarbeiten und darüber schlafen. Diesen Text hätte ich direkt danach auf keinen Fall schreiben können. Wenn ihr mit einer anderen Meinung aus dem Film kommt, werdet ihr aber sicher nicht umhinkommen, ihm zu bescheinigen interessant zu sein. Es ist etwas über das man reden will, weil er so viele Aspekte hat, die einem sonst den Kopf explodieren lassen. Es lohnt sich auf jeden Fall, noch ein zweites Mal dafür ins Kino zu gehen. Ich bin mir sicher, noch mehr zu entdecken, das beim ersten Mal in der Detailfülle untergegangen ist.

Habt keine Angst vor den Porgs. Porgs sind Liebe.

 

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Harry Potter und der Stein der Weisen … in Concert http://blog.michaelspieler.eu/2017/08/01/harry-potter-stein-der-weisen-in-concert/ Tue, 01 Aug 2017 11:07:09 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=673 Harry Potter und der Stein der Weisen … in Concert weiterlesen]]> Kaum, so scheint es, habe ich Die Gefährten als Filmlivekonzert genossen, erwartete mich in Berlins Waldbühne auch schon Harry Potter und der Stein der Weisen – In Concert. Das Orchester stand auch hier leider viel zu wenig im Mittelpunkt, aber die Fans selbst haben zu wenig darauf geachtet.

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https://www.youtube.com/watch?v=iDfH9WqK6TU

Für uns in Berlin spielte das Deutsche Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von John Jesensky, wie auch in München & Frankfurt. In Graz, Linz & Innsbruck übernimmt das Philharmonic Orchestra Pilsen unter der Leitung von Justin Freer die musikalische Untermalung des Films, während in Köln die Neue Philharmonie Westfalen und in Dresden freilich die Dresdner Philharmonie am Ruder sind. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg ist es gewohnt, Filmlivekonzerte zu spielen und hauchte John Williams‘ Noten zu Harry Potter und die Kammer des Schreckens routiniert Leben ein.

Im Vergleich zum Herrn der Ringe war das Aufgebot natürlich weniger opulent, da in der Filmmusik keine Chöre oder Soloeinlagen auf dem Plan stehen. Um ganz ehrlich zu sein, halten sich darin die markanten Stellen auch in Grenzen. Hedwig’s Theme, dass zur Erkennungsmelodie der Filmreihe geworden ist, ist natürlich die Ausnahme und die Harfe, die Fluffy ins Traumland schickt, gab es auch live zu hören und zu sehen. Wie dem auch sei, das Orchester hat wirklich fantastisch gespielt.

Harry Potter und der Stein der Weisen - In Concert - Die Waldbühne

Leider wurde das erwartungsgemäß hohe Fanaufkommen in der Waldbühne zu einer zweischneidigen Angelegenheit. Einerseits war da dieses Gemeinschaftserlebnis, dass man nur selten in Kinofilmen hat. Andererseits wurde wirklich jedes Detail durch Klatschen o.ä. kommentiert. Da der erste Film der Reihe natürlich eine Menge „erste Momente“ mit sich bringt, ging das Ende eines Musikstückes schon mal im Beifall für einen Augenblick im Film unter. Hermine stellt sich vor – Jubel, der Sorting Hat steckt Harry nach Griffindor – Jubel, Ron findet etwas krass – Jubel. Ihr versteht meinen Punkt. Dazu kommt, die erneut viel zu laute Tonspur, die die live gespielte Musik teilweise einfach übertönt. Den Film kennt doch jeder, der dort hingeht – das Orchester sollte optisch und klanglich im Mittelpunkt stehen. Optisch gelang das dann mit einbrechender Dunkelheit immerhin, da es beleuchtet wurde.

Alles in Allem war es ein sehr schöner Abend, aber auf ein paar unangekündigte planerische Details, hätte im Vorfeld hingewiesen werden können. Eine kleine Getränkeflasche war erlaubt, aber nur Taschen und Rucksäcke bis maximal A4-Format. Das führte bei möglichem Regenwetter und der dazu mitgebrachten Ausrüstung zu langen Schlangen und Wartezeiten an den zwei deutlich entfernten und überforderten Abgabestellen/Garderoben. Dadurch haben eine Menge Leute, inklusive uns, den Anfang des Konzerts verpasst, obwohl wir ausreichend vor Beginn vor Ort waren.

Harry Potter und der Stein der Weisen - In Concert - Ende

Harry Potter und der Stein der Weisen – in Concert wird im Oktober zunächst drei Spielstätten in Österreich besuchen, bis es im Dezember nach München und Frankfurt zurückkehrt. Köln und Dresden werden Anfang 2018 bespielt, während dann auch der zweite Teil Harry Potter und die Kammer des Schreckens – in Concert in München startet. Das ist tatsächlich erst der Beginn, denn je nach Erfolg sollen alle sieben Teile in den nächsten Jahren so aufgeführt werden.

Die Ticketpreise bewegen sich zwischen ca. 40 und ca. 100 Euro, je nach Spielort und Kategorie.

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Pirates of the Caribbean: Salazars Rache http://blog.michaelspieler.eu/2017/05/24/salazars-rache-review/ Wed, 24 May 2017 14:50:10 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=666 Pirates of the Caribbean: Salazars Rache weiterlesen]]> Als junger Pirat geriet Jack Sparrow an einen ruhelosen, spanischen Piratenjäger – Kapitän Salazar. In die Ecke gedrängt und ohne Aussicht auf Flucht, lockt Jack Salazars Schiff in das Dreieck des Teufels, wo es auf Grund läuft und seine gesamte Mannschaft tötet. Doch wie so oft bleiben sie nicht tot und sinnen auf Rache, sobald sie ihrem nassen Grab entfliehen können. Eine Möglichkeit, die sich ihnen bieten soll, als ein anderer junger Seefahrer und Sohn eines anderen verfluchten Piraten ebenfalls ins Dreieck gerät.

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https://www.youtube.com/watch?v=2QM3mYkyl_Q&list=PLA70D4A40608AF15D

Ich bin heimlicher Fan der Pirates of the Caribbean und auch wenn der vierte Teil eher langweilig war – es fehlten mir einfach die liebgewordenen Charaktere – bin ich zuversichtlich zum Fünften ins Kino gegangen. „Fremde Gezeiten“ und die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend konnte mich nicht begeistern und viele andere vermutlich auch nicht. Deshalb kehrte man tatsächlich zur Geschichte der ursprünglichen Besetzung zurück und erzählt sie quasi in neuer Generation fort. „Am Ende der Welt“ – als Will Turner seinen Platz als Kapitän der Flying Dutchman einnahm – ist inzwischen 10 Jahre alt. So sehen wir schließlich Wills Sohn, Henry Turner, der als Kind auf seines Vaters Schiff schafft, nur um dann seine Jugend damit zu verbringen, eine Möglichkeit zu finden, den Fluch, der auf seinem Vater lastet, zu beenden.

20 Jahre nach ihrer letzten Begegnung finden wir in Henrys Rolle Brenton Thwaites („Gods of Egypt„) auf einem englischen Schiff, dass Piraten jagt. Nach ein paar Wirren gerät er an Carina Smyth, gespielt von Kaya Scodelario („Maze Runner“), die im Grunde auch nach ihrem Vater sucht. Sie hat Wissen von einem Schatz, der Henry helfen könnte – der Dreizack von Poseidon soll jeden Fluch auf See brechen können. Barbossa (Geoffrey Rush) und auch Salazar (Javier Bardem) bekommen Wind von der Sache und so entbrennt eine äußerst abenteuerliche Jagd nach dem Artefakt. “Salazars Rache” hat mir wirklich unerwartet viel Spaß gemacht. Nach „Fremde Gezeiten“ hatte ich keine so hohen Erwartungen. Tatsächlich stellt sich heraus, dass dieser fünfte Teil der bessere dritte Teil hätte sein können und die Geschichte, die mit „Fluch der Karibik“ begann, zu einem perfekten Abschluss führt.

Jetzt wäre dann aber auch in der Tat der beste Zeitpunkt, die Filmreihe ruhen zu lassen. Man soll ja mit einem Hoch aufhören. Wer Johnny Depp und seine Art Captain Jack Sparrow zu spielen nicht klar kommt, wird auch in diesem Teil nicht mit ihm warm. Die neue Generation haucht der Geschichte aber neues Leben ein und wie schon beim Original „Fluch der Karibik“, hat man dieses Gefühl von Abenteuer und Rätseln, die gelöst werden wollen. Das sieht auch wieder alles super aus, insbesondere die Schiffe. Die neue untote Mannschaft sieht indes etwas zu fake aus. Es soll der Eindruck entstehen, dass sie sich immer unter Wasser befinden, das ist Teil ihres Fluchs. Es wirkt aber zu animiert. Nicht so schlimm wie seinerzeit der digitale The Rock als Skorpionkönig in „Die Mumie 2“, aber trotzdem deutlich digital. Viele werden schon so angefressen von den vorherigen Filmen sein, dass sie dem hier keine Chance einräumen werden und das ist schade.

Regisseur Joachim Running hat 2012 auch „Kon-Tiki“ verfilmt und ich finde derselbe Geist steckt auch in “Salazars Rache”. Javier Bardems Salazar ist außerdem ein interessanterer und besser ausgearbeiteter Gegenspieler als Blackbeard und Bardem hatte sichtbar Vergnügen in der Rolle. Geoffrey Rush ist in jedem Teil als Barbossa ein Highlight und enttäuscht auch diesmal nicht. Man könnte hinsichtlich der Filmmusik meinen, Hans Zimmer hat wieder zum Taktstock gegriffen, doch es war diesmal Geoff Zanelli und er macht einen hervorragenden Job. Die Atmosphäre ist dicht und füllt die zwei Stunden bis oben hin mit Action, Freundschaft, Verrat, Rum und Schießpulver. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf und man interessiert sich tatsächlich für das Schicksal der Charaktere. Insbesondere Henry und Carina sind als neues Paar im Mittelpunkt nicht nur wunderbar besetzt, sie haben auch Chemie und tragen die Story. „Salazars Rache“ ist bestes Abenteuerkino mit einer Spur Fantasy. Ich fand den geil, also geht rein und habt Spaß. Allein die beste Bankraubszene aller Zeiten ist 8 von 10 Flaschen voll Rum wert.

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The Legend of Zelda: Breath of the Wild – The Master Trials http://blog.michaelspieler.eu/2017/05/05/zelda-breath-of-the-wild-dlc/ Fri, 05 May 2017 12:56:23 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=632 The Legend of Zelda: Breath of the Wild – The Master Trials weiterlesen]]> Seit dem Nintendo DS (z.B. Picross DS 2007 mit zusätzlichen Puzzle Packs) und der Wii U gibt es nicht nur DLC in Form ganzer Spiele, die man im Nintendo eShop beziehen kann, sondern es hielt auch das Konzept der Erweiterungen Einzug bei Nintendo. Der Season Pass für The Legend of Zelda: Breath of the Wild, den Nintendo Erweiterungspass nennt, ist indes der allererste seiner Art für ein Nintendo-Spiel.

Mit einem Season Pass bestellt man quasi sämtlichen noch kommenden – meist unklaren – DLC vor und kauft so mitunter die Katze im Sack. Nintendo hat nun verkündet, was die erste von zwei Erweiterungen beinhalten wird. Damit vor der Veröffentlichung mehr Klarheit besteht, hat Nintendo Details für die erste Erweiterung bekannt gegeben. Ob danach noch mehr Content kommt, ist unklar.

Teil 1 von 2 trägt den Namen The Master Trials und enthält sowohl neue Ausrüstungsgegenstände, teils darauf aufbauende globale Spielmechaniken und Die Prüfung des Schwertes als Nebenquest. The Master Trials wird im Sommer mit einem Update kommen.

Zelda - Breath of the Wild - Prüfung des Schwertes

Die Prüfung des Schwertes findet in der Höhle der Prüfungen statt. Als Link muss man sich durch 45 Räume kämpfen, bei denen die Gegnerstärke stetig zunimmt. Zunächst beginnt man völlig ohne Rüstung und Waffen und muss diese sich Raum für Raum erkämpfen. Hat man alle 45 Räume durch, befindet sich das Master-Schwert ab diesem Punkt immer im leuchtenden Zustand, bis es zerbricht.

Zelda - Breath of the Wild - Prüfung des Schwertes

Zelda - Breath of the Wild - Prüfung des Schwertes

Hat man das Spiel durch, kann man ab Sommer auch einen schwierigen Modus probieren, in dem die Standardgegner alle blau sind, besser hören und sich langsam heilen. Zusätzlich treiben sich neue, stärkere Gegnervarianten in Hyrule herum, die im normalen Modus nicht vorkommen.

Zelda - Breath of the Wild - Schwerer Modus

Damit das Ganze etwas ausgeglichen wird, schweben im schwierigen Modus überall an Luftballons hängende Holzplanken durch die Lüfte des Königreichs, von denen aus man Luftangriffe starten kann und den ein oder anderen neuen Schatz finden wird.

Zelda - Breath of the Wild - Schwerer Modus - Ballonplattformen

Auf der Karte wird man mit der Erweiterung seine letzten 200 Spielstunden zurückverfolgen können. Eine grüne Linie wird euch dort anzeigen, wo ihr überall entlanggelaufen seid und wo nicht. Dieser Pfad des Helden besitzt eine Zeitleiste und zeigt auch die Wege VOR dem DLC an und nicht erst ab der Installation des Updates.

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https://www.youtube.com/watch?v=ilUBh_-nBCY

Stellt euch das wie das Feature „Meine Zeitachse“ in Google Maps vor, in der ihr eure eigenen Wege, die vom GPS des Smartphones aufgezeichnet wurden, zurückverfolgen könnt.

Zeitachse in Google Maps

Neue Ausrüstungsgegenstände gibt es natürlich auch, von denen zwei nicht nur kosmetischen Effekt haben werden: Eine Krog-Maske (im Grunde ein Blatt mit Löchern) wird euch dabei helfen alle 900 Krog-Verstecke ausfindig zu machen, denn sie vibriert, wenn man sich einem Solchen nähert. Krog (engl. Korok) sind die kleinen Waldgeister, die man in Steinkreisen finden kann und von denen man Krog-Samen bekommt. Diese sind im Spiel bei Maronus gegen einen Platz im Inventar einzutauschen.

Zelda - Breath of the Wild - Krog-Maske

Ein weiterer neuer Schatz ist das sehr nützliche Teleport-Medaillon. Ganz ähnlich wie z.B. in Diablo, lässt sich damit an der Stelle, an der man mit Link steht, ein zeitweise aktives Teleportziel auf der Landkarte anlegen.

Zelda - Breath of the Wild - Teleport-Medaillon

Link kann dann immer zu diesem Punkt zurückkehren. Es kann immer nur ein aktives Ziel geben. Setzt man ein Neues, verschwindet das Alte.

Zelda - Breath of the Wild - Teleport-Medaillon

Acht weitere Ausrüstungsgegenstände sind Klamotten, die von Figuren aus früheren Zelda-Spielen stammen. Neben der Krog-Maske kann man sich so z.B. noch Midnas Helm oder Majoras Maske aufsetzen. Man kann aber auch in Phantoms Rüstung oder einen Strampler schlüpfen, der einen wie ein überdimensionierten Tingle aussehen lässt.

Zelda - Breath of the Wild - DLC - Majoras Maske

Zelda - Breath of the Wild - DLC - Midnas Helm

Zelda - Breath of the Wild - DLC - Phantoms Rüstung

Zelda - Breath of the Wild - DLC - Tingles Outfit

Der Erweiterungspass für Zelda – The Breath of the Wild ist überall für 19,99 Euro sowohl für die Switch als auch für die Wii U zu haben (Bilder sind Affiliate-Links):

 

Quelle: Nintendo Japan

P. S.: Das aktuelle Update für Breath of the Wild auf der Switch, hat neun Sprachpakete mitgebracht. Damit lässt sich das Spiel z.B. auch in Japanisch, Englisch, Französisch oder Italienisch spielen. Die Untertitel, z.B. in Deutsch, können dabei weiterhin auf dem Bildschirm angezeigt werden. Wii U-Spieler, die diese neue Funktion nutzen möchten, müssen sich dazu ein kostenloses Sprachpaket aus dem Nintendo eShop auf ihre Konsole laden.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2 http://blog.michaelspieler.eu/2017/04/28/guardians-of-the-galaxy-vol-2/ Fri, 28 Apr 2017 17:41:38 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=623 Guardians of the Galaxy Vol. 2 weiterlesen]]> Sie sind zurück! Star-Lord, Gamorra, Drax, Rocket Raccoon und Baby Groot verdingen sich nach ihrer Rettung von Xandar vor Ronan dem Ankläger und der Zerstörungskraft des Steins der Macht, als Söldner und lösen Probleme anderer gegen ein kleines Entgelt. So auch die Sovereign, die ihre Energiequelle durch ein multidimensionales Wesen, einen Abilisk, bedroht sehen. Als Belohnung für den Kampf gegen das Untier fließt diesmal jedoch kein Geld. Sie soll sehr viel persönlicher ausfallen.

Für Marvel-Fans besteht hier überhaupt keine Frage, Guardians 2 wird geschaut! Alle anderen, die sich vom ersten Teil gut unterhalten fühlten, werden auch diesmal wieder ihren Spaß haben. Die Musikauswahl für den zweiten Awesome Mix kann sich wieder hören lassen und die Guardians erhalten noch Zuwachs!

Was mir an Guardians 2 besonders gefallen hat, ist zunächst nicht so offensichtlich, wie das abgeschossene Witz- und Actionfeuerwerk für dass sich der Film allemal schon lohnt. Die im ersten Film wild zusammengewürfelten Charaktere, haben inzwischen etwas Zeit miteinander verbracht und wir lernen sie alle etwas besser kennen. Dabei spielen die Guardians die typische dysfunktionale Familie und das ausgesprochen gut. Das Familienthema zieht sich durch den gesamten zweiten Teil und im Hauptstrang der Geschichte, wird Peter Quills, im ersten Teil angedeutete Herkunft väterlicherseits, erkundet.

Ich fand es etwas seltsam, dass man bei der Beziehung zwischen Gamora und Peter am Anfang wieder etwas zurückgerudert ist. Am Ende von Teil 1 war mir eigentlich klar, dass sie verliebt ineinander sind und das wird hier finde ich etwas unnötig thematisiert/dramatisiert. Zumal es schon genug Baustellen zwischen den Figuren gibt. Die Ravager (Yondu und Co.) spielen diesmal auch eine größere Rolle und wir erfahren mehr über ihre Struktur. Insgesamt kann man sagen, dass Vol. 2 die Guardians und das Universum, in dem sie sich herumtreiben, etwas unterfüttert hat.

Kommen wir zu Peter Quills Eltern. Ich will nicht zu viel verraten, aber da bekannt sein dürfte, dass Kurt Russel seinen Vater spielt, ist klar, dass sie über kurz oder lang auf ihn treffen werden. Man hat sich bei Marvel dazu entschieden, von der Comicvorlage abzuweichen und das finde ich etwas schade, da die jetzt präsentierte Lösung mir tatsächlich etwas zu langweilig war. Nicht wegen Kurt Russel, der macht seine Sache ausgesprochen gut. Sondern weil Marvel hier wieder zu seiner überbeanspruchten Gussform für Bösewichte greift. Er wird tatsächlich mehr ausgebaut, als viele andere vor ihm, aber die immer wieder auftauchenden Nebenerzählstränge, insbesondere die Sovereign und ihre Drohnenflotte, lenken mir eine Spur zu sehr davon ab.

Das sind aber alles Randbemerkungen, denn Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist einfach wieder super lustig. Ihr macht nichts falsch, wenn ihr bei Aprilwetter euer Kino besucht und mit den Ganoven-Helden auf Spritztour durchs Universum geht.

Von mir gibt es dafür 8 von 10 Hyperraumsprünge. Der erste Teil war einfach mega in allen Belangen und die 10 von 10 erreicht James Gunns zweiter Beitrag zum MCU dann leider nicht.

 

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The Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring … in Concert http://blog.michaelspieler.eu/2017/04/28/lotr-fellowship-in-concert/ Fri, 28 Apr 2017 16:51:31 +0000 http://blog.michaelspieler.eu/?p=626 The Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring … in Concert weiterlesen]]> Die beste Version von Die Gefährten ist nicht „extended“ oder 4K – es ist die, mit live gespielter Filmmusik. Der Herr der Ringe – Die Gefährten wurde uns gestern in der Mercedes-Benz Arena im O-Ton mit Untertiteln und live gespielter und gesungener Filmmusik präsentiert und es war einfach wunderschön.

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https://www.youtube.com/watch?v=bg0lSriSmAs

Die oscar- und grammynominierte Filmmusik von Howard Shore ist wohl jedem mit ein paar Melodien im Ohr, wenn man an Der Herr der Ringe denkt. Sei es das leichte Thema aus „Concerning Hobbits“ oder die martialischen Klänge eines in Kriegsmaschinerie aufgehenden Isengard. „…in concert“ kann man sie hautnah spüren.

Über 200 Mitwirkende – Orchester wie Chöre – machen so einen Vorstellung zu einem ganz besonderen Erlebnis und es wird einem bewusst, wie viel tatsächlich – insbesondere beim Herr der Ringe – menschliche Stimmen diese Musik gestalten. Das Radiosymphonieorchester Pilsen unter Leitung von David Reitz und drei Chöre – Männer & Frauen der Karls-Universität zu Prag und der Prager Philharmonische Kinderchor hatten alle Hände voll zu tun und leisteten, in meinen Ohren, Wundervolles. Sopranistin und Solistin Kaitlyn Lusk hatte u.a. die Aufgabe alle vorkommenden Elbenlieder und natürlich auch Enyas „May It Be“ im Abspann vorzutragen und ihre klare Stimme war ein Highlight der Vorstellung. Es gab auch innerhalb des Kinderchores einen jungen Solisten der hervor stach und z.B. Gandalfs helfender Motte mit seiner hellen Stimme, Leben einhauchte.

Im Gegensatz zur Livemusik, hatte allerdings die Tonspur des Films ein Bass- oder Volumenproblem. Gerade tiefere Töne, wie ein Ork-Angriffs-Schrei, oder generell Soundeffekte, gingen beim Setup in der Mercedes-Benz Arena etwas unter. Die Gefährten ist natürlich auch ein Film, bei dem man gefesselt wird und man muss sich immer mal daran erinnern, dass man ja auch in einem Konzert sitzt und sich die Sänger und Instrumentalisten während ihres Schaffens ansehen kann.

Als Elronds Rat tagte, kam unweigerlich die Stelle, an der Boromir ausholt, dass man doch nicht einfach so nach Mordor spazieren könne. Der Saal hat tatsächlich gut gelacht, als dieses Mem-gewordene Stück Popkultur dann doch recht unvermittelt auf die Leinwand kam. Ich hatte bis zu dem Punkt gar nicht mehr daran gedacht. Ebenso wie solche Szenen ist eben auch die Musik Stück der Popkultur geworden und wenn man zu Bildern von grünen sanften Hügeln in Neuseeland das Hobbit-Thema hört, wird einem unweigerlich warm ums Herz.

Während in Nürnberg, München und Stuttgart alle drei Teile aufgeführt wurden, gab es zum Ende der Tournee noch in Wien und Berlin Die Gefährten einmalig zu sehen. Leider war die Vorstellung in Berlin damit auch die vorerst letzte Aufführung von Die Gefährten – oder einem anderen Teil der Trilogie. Wer jedoch einmal Filmmusik live gespielt zum Lieblingsfilm erleben möchte, bekommt 2017 aber noch die Chance bei Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Die Philharmonie im Gasteig in München ist dabei wieder der Hauptaustragungsort mit mehreren Vorstellungen. Ich kann es nach diesem Erlebnis nur wärmstens empfehlen.

Pro-Tipp: Sucht euch Plätze aus, von denen man gerade auf die Bühne/Leinwand schauen kann ;)

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