Der Herr der Ringe - Die Gefährten ... in concert

The Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring … in Concert

Die beste Version von Die Gefährten ist nicht „extended“ oder 4K – es ist die, mit live gespielter Filmmusik. Der Herr der Ringe – Die Gefährten wurde uns gestern in der Mercedes-Benz Arena im O-Ton mit Untertiteln und live gespielter und gesungener Filmmusik präsentiert und es war einfach wunderschön.

Die oscar- und grammynominierte Filmmusik von Howard Shore ist wohl jedem mit ein paar Melodien im Ohr, wenn man an Der Herr der Ringe denkt. Sei es das leichte Thema aus „Concerning Hobbits“ oder die martialischen Klänge eines in Kriegsmaschinerie aufgehenden Isengard. „…in concert“ kann man sie hautnah spüren.

Über 200 Mitwirkende – Orchester wie Chöre – machen so einen Vorstellung zu einem ganz besonderen Erlebnis und es wird einem bewusst, wie viel tatsächlich – insbesondere beim Herr der Ringe – menschliche Stimmen diese Musik gestalten. Das Radiosymphonieorchester Pilsen unter Leitung von David Reitz und drei Chöre – Männer & Frauen der Karls-Universität zu Prag und der Prager Philharmonische Kinderchor hatten alle Hände voll zu tun und leisteten, in meinen Ohren, Wundervolles. Sopranistin und Solistin Kaitlyn Lusk hatte u.a. die Aufgabe alle vorkommenden Elbenlieder und natürlich auch Enyas „May It Be“ im Abspann vorzutragen und ihre klare Stimme war ein Highlight der Vorstellung. Es gab auch innerhalb des Kinderchores einen jungen Solisten der hervor stach und z.B. Gandalfs helfender Motte mit seiner hellen Stimme, Leben einhauchte.

Im Gegensatz zur Livemusik, hatte allerdings die Tonspur des Films ein Bass- oder Volumenproblem. Gerade tiefere Töne, wie ein Ork-Angriffs-Schrei, oder generell Soundeffekte, gingen beim Setup in der Mercedes-Benz Arena etwas unter. Die Gefährten ist natürlich auch ein Film, bei dem man gefesselt wird und man muss sich immer mal daran erinnern, dass man ja auch in einem Konzert sitzt und sich die Sänger und Instrumentalisten während ihres Schaffens ansehen kann.

Als Elronds Rat tagte, kam unweigerlich die Stelle, an der Boromir ausholt, dass man doch nicht einfach so nach Mordor spazieren könne. Der Saal hat tatsächlich gut gelacht, als dieses Mem-gewordene Stück Popkultur dann doch recht unvermittelt auf die Leinwand kam. Ich hatte bis zu dem Punkt gar nicht mehr daran gedacht. Ebenso wie solche Szenen ist eben auch die Musik Stück der Popkultur geworden und wenn man zu Bildern von grünen sanften Hügeln in Neuseeland das Hobbit-Thema hört, wird einem unweigerlich warm ums Herz.

Während in Nürnberg, München und Stuttgart alle drei Teile aufgeführt wurden, gab es zum Ende der Tournee noch in Wien und Berlin Die Gefährten einmalig zu sehen. Leider war die Vorstellung in Berlin damit auch die vorerst letzte Aufführung von Die Gefährten – oder einem anderen Teil der Trilogie. Wer jedoch einmal Filmmusik live gespielt zum Lieblingsfilm erleben möchte, bekommt 2017 aber noch die Chance bei Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Die Philharmonie im Gasteig in München ist dabei wieder der Hauptaustragungsort mit mehreren Vorstellungen. Ich kann es nach diesem Erlebnis nur wärmstens empfehlen.

Pro-Tipp: Sucht euch Plätze aus, von denen man gerade auf die Bühne/Leinwand schauen kann 😉

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