Star Trek Into Darkness Logo

Star Trek

Ich schreibe an dieser Stelle über alles, daher gibt es im Folgenden Spoiler. Erste & letzte Warnung. Ich springe wild von chronologischer Storyline zu Nebenfakten, die das erweiterte Universum mit den Filmen verbinden, zu Kommentar. Too long, won’t read? Look at all the fucks I give: <crickets & tumbleweed>

6 – in Worten: sechs – verschiedene Darreichungsformen bekam der Home-Release von Star Trek Into Darkness gestern. Dabei unterscheidet sich nicht nur die Verpackung, sondern insbesondere der Umfang des Bonusmaterials.

Star Trek Into Darkness auf Scheibe

Neben den überall erhältlichen Standardvarianten in Kunststoffhülle DVD | BluRay + Digital Copy | 3D BluRay + DVD + BluRay + DigitalCopy, gibt es speziell im Einzelhandel eine extra Bonus-DVD, die es nicht online gibt. Dafür bekommt man bei Amazon die große Sammlerbox mit Phaser (ist gelistet aber derzeit nicht mehr bestellbar). Der Einzelhandel in Form von Media Markt und Müller bekommt je eine Version eines Steelbooks (mit bzw. ohne Wackelbild!!!!111elf), dass im Inneren der dritten Standardvariante mit allen Scheiben und Digitalkopie entspricht. Die Marketingleute bei Paramount müssen auf irgendwelchen Drogen gewesen sein, als der US-Einzelhandel auf sie zu kam und Paramount Deutschland macht das leider nach.

Wenigstens ist der Kinofilm auf allen Scheiben identisch.

Leider fehlt die großartige Limited Edition von Walmart hierzulande tragischerweise komplett. Diese enthält nämlich ein Modell der USS Vengeance, dem Dreadnought von Admiral Marcus und wäre mein Favorit. Was genau wo drin ist und wie genau ausschaut, findet ihr z.B. auf StarTrek.de/Magazin.

Star Trek Into Darknes Limited Edition Gift Set Walmart

Nun habe ich mich mit der normalen BluRay zufriedengegeben, denn letztendlich geht es um den Film und der sieht hier fantastisch aus. Im Film bekämpfen Kirk & Co Versuche, die Sternenflotte zu militarisieren.

Doch was war passiert? Zwischen Star Trek und Star Trek Into Darkness (und darüber hinaus) spielt sich inzwischen ein Semi-Kanon ab, den es früher so nicht gab. Angefangen hat es 2009 noch vor dem Film mit dem Comic Star Trek: Countdown, vier Comicheften bzw. einem Sammelband von IDW Publishing (von Cross Cult gibt es die deutsche Variante). Darin erzählen die Autoren des 2009er Films dessen Vorgeschichte im alten TNG-Universum, die wir im Film selbst nur in Kurzfassung – durch Spocks Gedankenverschmelzung mit Kirk in der Höhle auf Delta Vega – zu sehen bekommen. Ganz ähnlich geht man in Star Trek: Nero vor. Dort werden die 25 Jahre zwischen der Ankunft der Narada und der Ankunft von Spock in der neuen Zeitlinie aufgeklärt, wobei es eine überraschende Begegnung mit einer speziellen, irdischen Raumsonde gibt. Die geschnittenen Szenen mit den Klingonen werden integriert, die auch im Roman zum Film zu finden sind.

Star Trek Countdown & Nero

Die Comics waren jedoch keine Eintagsfliege, um den Film zu promoten. Nach dem Film ging die Comicreihe weiter und wurde zu einem ca. alle zwei Monate, regelmäßig erscheinenden Projekt unter dem Titel Star Trek: Ongoing (dt. Star Trek: Die neue Zeit), in dem sowohl klassische „Star Trek“-Episoden eine Neubehandlung im alternativen Universum erhalten, als auch neue Geschichten einfließen.

Cross Cult veröffentlicht die bisher 24-teilige Comicheft-Reihe – übersetzt – direkt in Sammelbandform, wobei es derzeit drei von fünf davon für 14,80 € pro Ausgabe zu kaufen gibt. Der vierte Sammelband kommt noch im September & Band Fünf soll 2014 folgen. Wer, wie ich, nicht so viel Geduld hat und des Englischen mächtig ist, greift vermutlich eh zur Originalfassung, die man natürlich beim Comichändler seines Vertrauens oder in einer der Comic-Apps von Comixology/IDW in digitaler Form erstehen kann. Ein Sammelband beinhaltet immer vier Einzelausgaben, wie die o.g. Sonderbände.

Star Trek: Die neue Zeit 1In Band 1 werden zwei Geschichten erzählt: eine Neuadaption der 3. TV-Folge der Originalserie „Where No Man Has Gone Before“ („Die Spitze des Eisberges“) mit Gary Mitchell, dem Ersatzsteuermann der Enterprise, der beim Passieren der galaktischen Barriere nicht stirbt, sondern übermenschliche Fähigkeiten erlangt. Der entscheidende Unterschied zum Original liegt darin, dass Dr. Dehner im Gesamtbild fehlt, denn sie hat aufgrund einer gemeinsamen Vergangenheit mit McCoy, ihren Dienst an Bord nicht angetreten.

Die zweite Geschichte schnappt sich die 16. Folge der Originalserie „The Galileo Seven“ („Notlandung auf Galileo 7“) und erzählt diese neu. Ihr seht also, die Tendenz der Autoren, sich am TOS-Pool zu bedienen und in leicht anderer Form wiederzugeben, zieht sich durch alles und daher ist auch Into Darkness tatsächlich wenig überraschend ausgefallen. Am Ende ist es die Beziehung von Spock & Uhura, die bei der Änderung hier die größte Rolle spielt.

Star Trek: Die neue Zeit - Band 2In Band 2 geht es mit Folge 29 weiter – „Operation: Annihilate! („Spock außer Kontrolle“) in der Neuauflage. Auch hier trifft Kirk auf seinen Bruder George ‚Sam‘ Samuel Kirk doch lebt der noch – im Gegensatz zur Serie – und hilft ihnen bei der Flucht vor den Infizierten. Die Lösung bleibt dieselbe, doch fängt hier Spocks Risikofreudigkeit an, auf die Beziehung mit Uhura zu schlagen. Ein Thema, dass in Into Darkness ja zu einem Abschluss gebracht wird. Sehr schön wird hier auch der ursprüngliche Anfang des Films wieder hergestellt; so gibt es eine Rückblende zum jungen Jim Kirk, der gerade vom Polizisten nach Hause gebracht wird. Der Junge auf der Straße war tatsächlich sein Bruder auf dem Weg zum Großvater und er selbst lebt mit seiner Mutter Winona bei seinem Onkel Frank, nicht seinem Stiefvater.

Die zweite Geschichte führt die alternative Zeitlinie endlich mit einer eigenen Geschichte weiter, die direkt auf den Ereignissen des Films beruht. „Vulcan’s Vengeance“ befasst sich mit der gebrochenen Seele der überlebenden Vulkanier, nutzt erneut die aus dem Film entfernte Nebenhandlung auf dem klingonischen Strafplaneten Rura Penthe als Ausgangspunkt und wir sehen eine Figur aus dem Comicband Nero wieder. Einige Vulkanier sehen Rache als logischen Schritt nach der Zerstörung ihrer Heimat, dabei sind sie genauso emotional korrumpiert wie Spock als seine Mutter starb. Sie versuchen mit den letzten Resten roter Materie den romulanischen Senat zu zerstören und spielen es dem Imperium geradezu in die Hände. Hier taucht zum ersten Mal Redshirt Mr. Hendorff (‚Cupcake‘) wieder auf, der noch zu einem wiederkehrenden Charakter werden soll.

Star Trek: Die neue Zeit - Band 3In Band 3 widmet man sich zunächst wieder einer Neuerzählung. „The Return of the Archons“ („Landru und die Ewigkeit“) war Folge 21 der Originalserie, in der Sulu und O’Neill, auf der Oberfläche des Planeten Beta III nach den Überresten der Archon suchen. Das alte Sternenflottenschiff soll vor 100 Jahren auf einer Forschungsmission dorthin verschwunden sein. Sie finden eine Gesellschaft vor, die von einem Computer gesteuert wird, der jeglicher kreativer Impuls fehlt. Im Gegensatz zur Originalgeschichte sind alle Menschen auf dem Planeten Nachkommen der Besatzung der Archon und Teil eines Langzeitexperiments. Die Maschine, die die Bevölkerung kontrolliert, kam an Bord der Archon mit nach Beta III, wo sie ihr Entwickler, ein Wissenschaftler namens Landru, sie einsetzte und die Archon zum Absturz brachte. Die Archon sollte eine der ersten menschlichen Kolonien im All gründen und wurde zum Experiment. Interessanterweise wurden alle Unterlagen zum Schiff, seiner Besatzung und der Kolonie aus den Sternenflottenaufzeichnungen entfernt. Hier wird v.a. in der Rahmenhandlung schon auf Into Darkness hingearbeitet. Auch wenn Sektion 31 nie erwähnt wird, so gibt es eine Rückblende, in der versucht wird, Sulu für eine „neue Geheiminitiative“ zu rekrutieren. The Return of the Archons ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine bekannte Geschichte in den neuen Canon integriert wurde und gleichzeitig die große zusammenhängende Geschichte weitererzählt. Natürlich widerspricht diese Neuinterpretation dem Fakt, dass die neue Zeitlinie erst mit Neros auftauchen kreiert wurde und sie ist somit auch ein gutes Beispiel dafür, wie lachs die Autoren mit dem Kanon umgehen. Leider wissen sie aber auch was Spaß macht.

Die zweite Geschichte des Comicbandes widmet sich den Tribbles. „The Truth About Tribbles“ erzählt nicht die Serienfolge nach, sondern zeigt uns die Fellknäuel in ihrem natürlichen Habitat, den Versuch der Klingonen mit der Bedrohung umzugehen und nimmt den Faden um Scottys Beamexperimente wieder auf, die in einem Fiasko enden und als Grund für die Beschlagnahmung seiner Transwarp-Beam-Gleichung herangezogen werden. Ach und Captain Archers Beagle taucht wieder auf. Des Weiteren wisst ihr nun auch wie der tote Tribble, das Versuchskaninchen für Khans Superblut, in McCoys Krankenstation landete.

Star Trek: Die neue Zeit - Band 4Band 4 startet mit zwei unabhängigen Geschichten, wobei die Zweite noch nicht einmal einen eigenen Titel hat. „The Redshirt’s Tale“ orientiert sich lose an der fünften Folge der zweiten TOS-Staffel mit dem Titel „The Apple“ („Die Stunde der Erkenntnis“), die aus Sicht von Redshirt Hendorff nacherzählt wird. In der TV-Folge stirbt er tatsächlich sofort, während er hier – dank einer Bluttransfusion von Mr. Spock – überlebt und der Rest der Geschichte findet Off-Page statt, spielt aber für das Porträt hier auch keine Rolle. Im Grunde ist es eine Art „Ein Tag im Leben von…“ und ist recht sympathisch, da sie tatsächlich Charakterentwicklung betreibt.

Die zweite Geschichte geht einen ähnlichen Weg, sie ist im Grunde die Hintergrundgeschichte zu Lt. Keenser und wie er und Scotty sich auf Delta Vega nach dessen Strafversetzung begegneten. Witzig ist hier, dass es die Crew der Kelvin war, die ihn von seiner Heimatwelt zur Erde eingeladen hat, wo er dann als erster Roylaner zur Sternenflottenakademie ging. Außerdem zeigt er, wie man mit dem roten Monster auf dem Eisplaneten Delta Vega noch umgehen kann.

Die dritte Geschichte „Mirrored“ versetzt uns ins Spiegeluniversum der neuen Zeitlinie. Sie erzählt nicht wirklich „Mirror, Mirror“ („Ein Parallel-Universum“) neu, sondern die bisherigen Geschehnisse hier in der Bartträger-Version. Der Comic kommt hier zum ersten Mal in einem deutlich abweichenden Zeichenstil und anderer Kolorierung, als bisherige Ausgaben, was dazu beiträgt, die Geschichte vom Rest abzuheben. Eigentlich wird hier „In a Mirror, Darkly“ („Im finsteren Spiegel“), die Enterprise-Doppelfolge im Spiegeluniversum, komplett übernommen. Kirk dient unter Spock, der gerade den Krieg gegen die Klingonen für das Terranische Imperium entschieden hat, nachdem Sulu Gorkon enthauptete. Kirk besorgt sich auf Rura Penthe die Narada, nachdem er Nero in seiner Zelle das Genick bricht, und macht sich drauf und dran, mit dem überlegenen Schiff das Imperium unter seine Kontrolle zu bringen. Klingt genau wie Archer, der mit der USS Defiant das Selbe vorhatte und läuft auch genau so ab.

Star Trek: Die neue Zeit - Band 5Band 5 besteht aus vier Einzelheften und ist damit eine Kompilation von Charakter-Hintergrundstories. „Bones“ beschäftigt sich mit dem guten Doktor McCoy und seiner Vorgeschichte, ganz ähnlich, wie es bei Hendorff und Keenser schon ablief. Der Rahmen für die Rückblende spielt auf dem Schiff und dann springt man die entscheidenden Momente an, von der Kindheit, zu seiner Zeit als Arzt und schließlich zur Entscheidung zur Sternenflotte zu gehen.

Danach folgt Uhuras Rückblende in „The Voice of a Falling Star“, obwohl es sich hier vielmehr um die Anfänge ihrer Beziehung zu Spock handelt. Sie teilen nach mehrmonatigem Daten eine starke Erinnerung aus ihrer Kindheit und das macht damit im Handumdrehen ihre Liebe so viel nachvollziehbarer. Nicht dass es einer Erklärung bedurft hätte, aber die kleine Geschichte gibt dem Ganzen etwas mehr Tiefe.

„Scotty“ ist dran. Der junge Monty lässt sich von seiner Mutter, Geschichten über die großen Seefahrer in der Scott-Familie erzählen und träumt von Warpkernen und kosmischen Stürmen. Das Ingenieurwesen steckt wohl in der Familie und ihm liegt alles daran, zur Sternenflottenakademie zu kommen. Er wird jedoch aufgrund seiner Tendenz, mit seinen Experimenten über die Stränge zu schlagen, abgelehnt. Erst als er auf einem Frachter Gelegenheit bekommt, einem gestrandeten Sternenflottenschiff zu helfen, wird er aufgenommen und beamt Archers Hund irgendwohin.

„Red Level Down“ zeigt Sulu und Chekov an der Akademie und wie es schließlich dazu kam, dass sie Seite an Seite auf der Brücke des Flaggschiffs der Flotte landeten. Hat viel mit Sulus Flugkünsten zu tun und man greift das Red Squad auf, dass wir in Deep Space Nine kennenlernen durften. Die Elite unter den Kadetten war auch damals schon kein angenehmer Club. Nebenher erfahren wir, dass Kirk und Chekov sich schon auf der Akademie begegnet sind. Tatsächlich half Chekov Kirk dabei das Kobayashi-Maru-Trainingsprogramm abzuändern, während er die Orionerin datete, die das Programm einschleusen wird.

Star Trek - Das VideospielChronologisch dürfte nun „Star Trek – Das Videospiel“ angesiedelt sein, zumindest spielt es vor den Ereignissen im Comicband „Countdown To Darkness“. In dieser originären Geschichte geht es um die Gorn. Die Vulkanier versuchen mit einem neuen Gerät New Vulcan mit Energie zu versorgen. Sie installieren das Helios-Gerät auf einer Station nahe der Sonne ihres neuen Systems, doch offenbart es unerwartete Nebenwirkungen: es öffnet einen Spalt im Universum zu einer anderen Galaxie. Von dort aus strömen feindlich gesinnte, eroberungswillige Wesen mit einer Flotte in unsere Galaxie: die Gorn!

Die Story wird mehr oder weniger zu einem „rette die Prinzessin aus dem Turm des Drachen“, wobei die Prinzessin eine alte vulkanische Flamme von Spock ist, der Turm ein riesiges Schiff der Gorn und der Drache der reptilische Kommandant der Invasionstruppen. Hier darf man mehr als einmal (Weltraum-)Sprünge absolvieren (wie Kirk in beiden Filmen) und sich dem Tricorder ausgiebig widmen. Wir bekommen New Vulcan zu sehen, rennen ein wenig auf der Enterprise rum (der Maschinenraum ist super gemacht und nah am Film) und darf viel rumballern. Wieder räumen sich die Macher viel Freiraum ein; die Gorn kommen aus einer anderen Galaxie und leben nicht in der Gorn Hegemonie. Freilich könnte die Ansiedlung auch im alten Universum so stattgefunden haben, offiziell gab es nie mehr Infos zu der Rasse und nur weil ein Gorn im Spiegeluniversum zu Archers Zeiten schon für die Tholianer arbeitete, bedeutet das nicht, dass die Gorn dort nicht evtl. früher angekommen sind. Man kann es sich zurechterklären – Puristen werden damit nicht einverstanden sein. Hier hat übrigens Pilles Anekdote, gegenüber Carol Marcus in Star Trek Into Darkness, über die Gorn – an der er einen Notkaiserschnitt machen musste und deren Neugeborene beißen – ihren Ursprung.

Ein weiterer kurioser Punkt, der in den Geschichten außerhalb, aber auch besonders später im Film breitmacht, ist, dass die Transporter immer nur dann zu funktionieren scheinen, wenn es keine Ausrede gibt, ein Shuttle zu benutzen oder sich im Jumpsuit von einer Klippe zu stürzen oder in einem Trümmerfeld im All Ausweichmanöver zu vollführen. Ein Doppelreview von Marcel & mir zum Co-Op-Game gibt es hier: Star Trek – Das Videospiel – Review auf fictionBOX.de

Star Trek: Countdown to DarknessCountdown to Darkness“ ist nun ein weiterer Comic-Vierteiler, der zeitlich nach dem Videospiel angesiedelt ist und Star Trek Into Darkness direkt einleitet. Die Crew der Enterprise befindet sich auf einer routinemäßigen Erkundungsmission nach Phaedus IV, einem Planeten der M-Klasse, mit einer Zivilisation, die ungefähr den Stand der Erde zur Zeit des Römischen Reichs erreicht hat. Wie immer sollte der kurze Aufenthalt ereignislos bleiben – wie immer empfängt Chekov „etwas Seltsames“ von der Planetenoberfläche. Natürlich bricht Kirk die Hauptdirektive, als klar wird, dass sie ein vom Planeten kommendes Energiefeld stört und bemannt ein Shuttle, das unweigerlich abgeschossen wird. Es stellt sich heraus, dass ein Teil der indigenen Bevölkerung, Waffen und moderne Technik von außen bekam, um sich in einem Bürgerkrieg gegen die dominante Rasse zur Wehr setzen zu können. Die Technologie stammt von der Sternenflotte. Von Robert April, dem ehemaligen Captain der letzten Enterprise, der als verschollen galt und für tot gehalten wurde.

Im Laufe der Erklärungen was April dort macht und warum er sich entschloss die erste Direktive zu brechen, erfahren wir, dass sein erster Offizier vor 20 Jahren Alexander Marcus war, der sich entgegen der Regularien dazu entschloss, seinen Captain nicht zu verhaften und zurück zur Erde vor ein Militärgericht zu schleifen. Des Weiteren stellt sich heraus, dass April die Dienste einer Waffenhändlerin annahm – der halb-bajoranischen Tochter von Henry Mudd. Natürlich bekommt die Gegenseite auch Waffen von außen und so tobt in Wirklichkeit eine Art Proxy-Krieg zwischen April und Kor, dem Oberkommandanten der klingonischen Streitkräfte, auf Phaedus IV. Natürlich werden zwei Crewmitglieder von den „Bösen“ gefangen genommen, sodass Spock erneut die Gelegenheit bekommt, sein Leben zu riskieren.

April will mithilfe der Enterprise den Bürgerkrieg entscheiden und bringt, mit dem im Computer hinterlegten ‚Protokoll 31‘, die Systeme des Schiffs unter seine Kontrolle. Eine Hintertür, die jemand von Aprils Enterprise übernahm und offenbar in die neue Enterprise einbauen ließ. April erkennt unterdessen, dass sein Sieg über die gegnerische Fraktion im Bürgerkrieg auf Phaedus IV, nur den offenen Krieg zwischen Föderation und Klingonischem Imperium nach sich ziehen würde und schlägt Kor einen Deal vor: das Flaggschiff der Sternenflotte im Tausch gegen das Überleben ’seiner‘ Leute, unter der Herrschaft des Imperiums.

Scotty gelingt es den Computerkern zu rebooten und die Crew erlangt in letzter Minute die Kontrolle zurück, um vor Kor zu flüchten. Mudds Schiff bleibt beschlagnahmt und April wird dem Sternenflotten-Nachrichtendienst übergeben, dann macht sich die Enterprise auf nach Nibiru, während sich John Harrison in London ins ‚Datenarchiv‘ begibt. Hier wurden also erneut ein paar verschwörerische Details gestreut und am Ende bleibt hauptsächlich Mudds Schiff übrig, mit dem die Crew im Film schließlich nach Qo’noS fliegt, um Harrison festzunehmen. Dabei handelt es sich offenbar um ein K’normianisches Handelsschiff & Sulu befiehlt der Hangarcrew, das Schiff aus dem ‚Mudd-Zwischenfall‘ aufzutanken und startklar zu machen.

Star Trek Into DarknessDen Film habt ihr ja alle gesehn, hier die Kurzfassung: Admiral Marcus und seine Sektion 31 gehen nach der Zerstörung von Vulcan auf die Suche nach allem was ihnen dabei dient, die Föderation vor dem nächsten Feind zu schützen. Dieser Feind ist mit höchster Wahrscheinlichkeit das klingonische Imperium und ein Krieg scheint mittelfristig unvermeidbar. Marcus findet die Botany Bay, weckt Khan auf und hält dessen Crew als Geisel, um ihn dazu zu bewegen, für ihn zu arbeiten. Er lässt sich von Khan ein riesiges Kampfschiff und neue Torpedos bauen.

Im Glauben, dass Marcus seine Crew getötet hat, rächt er sich an der Sternenflotte und bringt zuerst einen Offizier dazu, sich für seine Tochter zu opfern, um einen Basis von Sektion 31 in London zu zerstören und greift schließlich die Führungsebene der Sternenflotte in San Francisco an, bevor er sich nach Qo’noS beamt. Kirk & Crew brechen auf Nibiru selbst die oberste Direktive, ein an sich seltsamer Vorgang, sollten sie doch aus dem schlechten Beispiel von Captain April gelernt haben, anstatt denselben Fehler durch Einmischung zu begehen. Andererseits hat April vielleicht genug Zweifel in Kirk gerührt, die zu seiner Einmischung führten. Er war nämlich der Auffassung, man solle helfen, wo man kann und nicht nur beobachten. Ich muss annehmen, dass die Filmstory vom erweiterten Universum beeinflusst ist, schließlich wissen die Autoren, was sie geschrieben haben und es sollte auch über kleine Hinweise wie das Schiff hinausgehen.

Jedenfalls wird Kirk degradiert und Spock versetzt, zumindest theoretisch, denn dazu kommt es durch Khans Angriff, bei dem sein Mentor Admiral Pike stirbt, nicht. Blind vor Wut um Pikes Tod, lässt sich Kirk von Marcus zur Menschenjagd einspannen, der in ihm nur ein Mittel zum Zweck sieht. Er will sich Khans entledigen und gleichzeitig den Krieg auslösen, der seit Langem schwelt. Das geht schief. Kirk erweist sich doch als zugänglich & Khan als brutal und manipulativ, tötet Marcus und will mit seinen Leuten dort weitermachen, wo er vor 300 Jahren aufgehört hat. Der Film hat natürlich offensichtliche Schwächen, die die Filmemacher beschlossen haben zu ignorieren um den Erzählfluss dicht zu halten um möglichst pausenlos voranzukommen. Ich kann hier viel akzeptieren, sogar das Warp-Überholmaneuver inklusive Angriff (siehe ST: Nemesis) – auch wenn es mehr so aussieht, als würde die Enterprise aus einem Slipstream geschleudert, als dass ihre Warpblase zusammenbricht. Seien wir ehrlich, das sah geil aus. Ach ja: Zu Hause solltet ihr die Hüllenbrüche auf Warp mal in Slo-Mo anschauen, ein kleiner Android aus einem Nachbar-Franchise fliegt hier mit aus dem Schiff.

Womit ich mich aber wirklich schwer tue, ist die Reisezeit zwischen Qo’noS und der Erde. Die Entfernung variiert viel zu stark nach den Bedingungen des Drehbuchs. Hat man für „Broken Bow„, den Piloten von Enterprise, seinerzeit schon eine „Schnellroute“ eingeführt, die One-Way nur vier Tage in Anspruch nahm, dürfte der Rückweg der Enterprise in Into Darkness neuer Rekord sein. Braucht das Schiff erst noch ~2:30 Minuten um 20 Minuten vor Erreichen des Ziels dem kaputten Warpantrieb zum Opfer zu fallen, dauert der Flug zurück zum Mond nur ~1 Minute – Warp 30! Der Hinflug wird auch glaubwürdiger, da es einen Szenenwechsel von der Brücke zur Waffenbucht gibt, der den Flug länger erscheinen lässt. Zumindest muss Spock ja von der Brücke dorthin, um mit Carol Marcus zu sprechen. Wer sich richtig schlechte Laune machen will, kann sich die sehr detaillierte Liste an Inkonsistenzen aus beiden Filmen mal auf Ex Astris Scientia von Bernd Schneider zu Gemüte führen.

Als Sommerblockbuster hat er mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht, einzig die Zerfledderung der Bonusinhalte jetzt zum Home-Release ist bestenfalls ein Missgeschick. Im Buch zum Film, der ‚Novelization‘ des Drehbuchs, gibt es noch etwas deutlichere Worte zur Crew auf Mudds kleinem Handelsschiff. Ist euch mal aufgefallen, dass alle Fünf das Schiff verlassen und man kurz darauf nur noch Spock, Kirk und Uhura sieht? Hendorffs Tod durch die Klingonen wird im Buch explizit beschrieben, im Film werden die beiden Redshirts mit keinem Wort oder einer Einstellung mehr erwähnt. Ich finde es außerdem etwas lustig, dass alle denken Harrison/Khan wäre der Bösewicht/Gegner in diesem Film, tatsächlich ist es Alexander Marcus.

Nach dem Film ging es schon kräftig weiter mit den Comics. Band 6 von „Die neue Zeit“ wird den Dreiteiler „After Darkness“ beinhalten, der sich mit dem Fallout befasst, den die Ereignisse von Into Darkness hinterlassen haben und die Fünf-Jahres-Mission einleiten, nicht ohne NOCH EINMAL nach New Vulcan zu müssen, weil Spock das Pon Farr quält. Zunächst stattet Kirk April einen Besuch in seiner Zelle ab und wir erhalten die Bestätigung, dass Admiral Marcus, als dessen ehem. erster Offizier, den Kommandocode in Kirks Enterprise eingeschleust hat. Tatsächlich hatten die beiden nach Aprils Ausstieg auf Phaedus weiterhin Kontakt und Sektion 31 war es, die Mudd unwissend mit allem Nötigen versorgte. Schon damals sollte die Enterprise als Ablenkung für das Imperium geopfert werden, um den Krieg zu beginnen.

Während nun auf New Vulcan nach einer Lösung für das Pon-Farr-Problem gesucht wird, besucht am anderen Ende des Raumsektors Sektion 31 Romulus, in Form einer noch geheimnisvollen Frau. Sie haben schließlich ein gemeinsames Interesse: die Auslöschung der Bedrohung durch die Klingonen. Wir erfahren, dass Spock Prime die vulkanische Kolonie verlassen hat und sich auf eine Reise mit unbekanntem Ziel begeben hat. Die Klingonen ihrerseits waren nicht untätig und entgegen aller Annahmen, sie wären zu blöd gewesen, in 25 Jahren, in denen sie Zugang zur Narada hatten, irgendwas von ihrer Technologie zu lernen, haben sie eine neue Flotte von Bird-of-Preys entwickelt, die auf dem Design des Schiffs aus der Zukunft basiert.

Eine an Technobabble überbordende und verschachtelt erklärte Lösung für das Pon-Farr-Problem wird mit dem Transporter gefunden, der den betroffenen Vulkaniern vorgaukelt, sie würden auf ihren Planeten beamen (der ja nicht mehr existiert). Sektion 31 ist wieder kräftig am Pläneschmieden, beobachtet die Enterprise und das Verhalten der beiden Imperien. Während die Klingonen mit ihrer neuen Flotte nach Orion fliegen, sind die Romulaner zum Treffpunkt bei Khitomer unterwegs und es gibt scheinbar noch funktionierende Torpedos, ohne übermenschliche Eiszapfen in ihnen.

Die vierte Geschichte des Sammelbandes hat keinen eigenen Titel, befasst sich aber erneut mit den Gorn. Kirk wird seit den Ereignissen im Videospiel von Albträumen von den Gorn geplagt, und als sie auf einen Notruf einer menschlichen Mienensiedlung auf Parthenon 559 reagieren, müssen sie feststellen, dass nicht alle Gorn die Galaxis verlassen haben, aber auch, dass nicht alle Gorn auf Eroberung aus sind.

„Heft“ #25 erscheint im Original in einer Woche und dort beginnt der, in den letzten Ausgaben angeteaste, Konflikt zwischen den Klingonen und den Romulanern. Klingt irgendwie immer noch nicht nach 5 Jahre lang Weltraum erforschen, oder? Die Comics gefallen mir im Zeichenstil grundsätzlich gut, sie haben sich jedenfalls weit über das Niveau des allerersten Bandes weiter entwickelt, in dem insbesondere Displays oft einfach aus Fotos zusammenkopiert wurden. Vielleicht rede ich sie mir aber schön, weil es sonst eben kaum etwas Neues mit „Star Trek“ drauf gibt. Es ist ein wenig schade, dass dem Videospiel der letzte Schliff fehlt, denn vom Inhalt her, der Aufmachung als Action-Adventure und dem Co-Op-Modus bietet es eigentlich alles was ein Spielerherz erfreut, als Star-Trek-Fan ist das Setting nur ein kleiner Bonus. Die zu unkomplizierten und zu repetitiven Rätsel werden zu oft von zu vielen Ballereinlagen abgelöst.

Für den nächsten Film erhoffe ich mir eine neue eigenständige Geschichte, die wird es wohl auch geben, aber da es wieder ein Sommerblockbuster sein werden muss, wird ganz sicher der Konflikt mit den Imperien und seine Auflösung im Mittelpunkt stehen, es bleibt noch viel Zeit für Comics. Mal sehen, wo wir mit denen in der Zwischenzeit so landen.

Bilder & Videos © 2013 Paramount Pictures, Namco Bandai Games & Cross Cult/IDW Publishing

P.S. Wenn Du bis hierher gelesen hast, kannst Du auch ein Kommentar verfassen ;D Lebt lange und in Frieden.

 

4 Gedanken zu „Star Trek“

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