Kinofilme April 2013

Das war der April und seine Filme

Der April begann mit einem von mehreren noch ausstehenden Versuchen, Nachfolger für die Twilight-Saga im Kino und für das selbe Publikum zu finden. „Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe“ (Review von Bettina) hat nun weder Vampire noch Werwölfe, sondern Zauberer und Hexen, die sich mit ihrem 16. Geburtstag zwischen hell und dunkel entscheiden müssen. Entgegen aller Annahmen, dass es weiblichen ‚Castern‘ – wie sie sich selbst nennen – vorherbestimmt ist, zu welcher Seite sie dann gehören, kann der freie Wille gepaart mit junger Liebe schon ganz schön viel ausrichten. Das Film-Paar dieser Fantasyromanze hat von Anfang an mehr Charme als beide Kombinationen aus „Twilight“. Sie sind einfach das realistischere Paar und ich kann mich der Bewertung nur anschließen. 6 von 10 Spitzen von Jeremy Irons.

In der zweiten Woche startete dann einer der ersten Sciencefiction-Blockbuster des Jahres – „Oblivion“ – mit Tom Cruise. Auch wenn der irgendwie genauso spielt wie immer, werden dem Publikum hier ganz großartige Szenerien präsentiert. Das Amalgam aus den verschiedensten Genreideen wird zu einem stimmigen Gesamtwerk geklöppelt, dass einzig durch die Wendungen-vorwegnehmende Werbung für den Film, gestört wurde. Ich war in meiner Review vor drei Wochen vielleicht eine Spur zu unkritisch, bzw. ließ am Ende, meine Kritik nicht in die Wertung einfließen und würde diese jetzt trotzdem immer noch bei 9 von 10 feuchte  Architektenträume ansiedeln wollen. Immerhin sitzt der Streifen in seiner dritten Woche noch auf Platz Zwei der Charts und hat Publikum angelockt, das sich ein „Moon“ vermutlich nie ansehen würde.

Großes Kino. Bilder für die größte Leinwand, die ihr finden könnt und ganz ohne schlechten 3D-Effekt. Pure Science Fiction für Fans und aufgeschlossenes Mainstreampublikum. Ein echtes Muss im April.

Für den Kinostart am 18.04.2013 sah ich gleich zwei Filme und keiner von denen war „Mama“. Zuerst gab es den durchschnittlichen Versuch Mark Wahlberg und Russel Crowe in einem Thriller gegeneinander auftreten zu lassen, am Ende kämpften beide mit den Schwächen des Drehbuchs, dass sich im selbstgeflochtenen Netz aus Personen verheddert. Auch wenn eine gewisse Spannung herrscht und Crowes Darstellung des machtgierigen Bürgermeisters schonmal einen kalten Schauer über den Rücken jagt, haben scheinbar entscheidende Wendungen, keinen oder nur einen sehr kurzlebigen Einfluss auf die Handlung an sich. 5 von 10 Punkte:

Ein durchschnittliches Thriller-Drehbuch mit großen Namen macht eben noch keinen großartigen Film, obwohl er davon profitiert, zumindest das nötige Talent vorweisen zu können. „Broken City“ ist über die Maßen kompliziert gestrickt und fällt gleichzeitig auf klischeebeladenen Kunstgriffe zurück um die Handlung abzuschließen.

Am selben Tag startete „Unterwegs mit Mum“ – eine zu Unrecht kaum beachtete kleine Dramödie mit Seth Rogen und Barbra Streisand. Das Problem des Films dürfte gewesen sein, dass niemand genau wusste, wie der Film beworben werden sollte und man hat sich für den irreführenden Ansatz entscheiden. Dies ist eben kein Gagfest und/oder Kifferflick, wie man es von Rogen erwarten würde und wie es uns die Werbung weismachen will. Rogen-Fans könnten dadurch sicher enttäuscht nach Hause gehen. Der Film hat seine lustigen Momente, ist aber viel mehr ein Film über Familienbande und dass das auf der Leinwand auch ohne riesigen Clan funktionieren kann, der sich über die Feiertage zum Truthahnessen und streiten trifft. Er leidet etwas unter dem aufgehäuften Berg benutzter Klischees und immer einem Product Placement zu viel. 7 von 10 Road Trips gab es dafür von mir:

„Unterwegs mit Mum“ ist eine feine, fast ruhige Mischung aus Drama und Komödie, die uns die lustigen, anrührenden und aufreibenden Momente zwischen einem Mutter-Sohn-Gespann zeigt, ohne dabei unrealistisch zu werden. Der Film hält vielleicht beiden Fraktionen im Publikum sogar den Spiegel vor und schürt im besten Fall etwas Verständnis zwischen ihnen.

In der dritten Aprilwoche starteten „Scary Movie 5“ und Steven Soderberghs Drama/Thriller „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“, wovon ich ersteren bewusst meide und den zweiten wohl noch, aber auch erst, am kommenden Wochenende sehen werde und so nichts dazu sagen kann.

Zu guter Letzt kam dann die Woche für den ersten Marvel-Superheldenfilm von 2013 – Tony Stark durfte erneut in seine Rüstung schlüpfen und in „Iron Man 3“ gegen den Mandarin antreten. Die überraschend andere Herangehensweise gefiel mir gut, auch wenn er stellenweise zu sehr auf Klamauk gebürstet ist. Das große Plus ist die Konzentration auf die Charaktere und ihre Entwicklung,

Der Ansatz des Films ist gut durchdacht und passt sich schön ins Marvel-Gesamtbild ein. Man kann durchaus sagen, dass Tony Stark/Iron Man hier Ähnliches durchmacht wie Bruce Wayne/Batman in Nolans „The Dark Knight Rises“. Auch wenn es natürlich nicht ansatzweise so düster wird, gibt es in der Entwicklung des Charakters durchaus Parallelen – in a good way. Es lohnt sich natürlich außerdem wieder, bis nach dem Abspann sitzen zu bleiben.

Neben dem eisernen Mann versuchten noch ein Drama-Krimi und eine Komödie Publikum anzulocken, beide sind jedoch leider unterdurchschnittlich ausgefallen. Zunächst wäre da „I, Anna„, eine britische Romanverfilmung mit Charlotte Rampling und Gabriel Byrne. Ramplings eigener Sohn führt zum ersten Mal Regie. Das Ergebnis baut eine dichte visuelle Atmosphäre auf, der die Story jedoch nicht im Geringsten gerecht wird. Nur 4 von 10 Regenschirme gab es dafür von mir.

Barnaby Southcombe versucht verbissen, zu zeigen was er drauf hat, und wirft an Stilelementen alle modernen Winkel und Lichtverhältnisse in den Film – dem jedoch leider eine kohärente Geschichte fehlt, die auch die beiden hervorragenden Hauptdarsteller nur mäßig mit Leben erfüllen können.

Zu guter Letzt versucht sich Charlie Sheen erneut in der Rolle seines Lebens und spielt sich selbst. In „Charlies Welt“ folgt man einem erfolgreichen Werbedesigner, dessen Freundin ihn verlässt, woraufhin er einen Zusammenbruch erleidet und ins Krankenhaus kommt. Dort besuchen ihn sein bester Freund, der ein neues Plattencover will und sein Partner, der ihm mitteilt, dass die Firma vor dem Aus steht. Was dann folgt ist eine wilde Aneinanderreihung von Szenen, die in Charlies Phantasie spielen und den präsentierten Geschlechterkampf in Retromanier glorifizieren. Auch hier gab es nur 4 von 10 Sonnebrillen.

Autor & Regisseur Roman Coppola dreht eine Charlie-Sheen-Mockumentary. Das Ergebnis ist eine seichte Komödie, deren Handlung ebenso schnell vergessen ist, wie das Mittagessen vom Vortag.

Der Kino-Mai ist natürlich schon in vollem Gange und „Star Trek Into Darkness“ hat ihn groß eröffnet. Ein separates Review, dass auch die Seitenmedien zum Kinoereignis mit einfließen lässt, folgt.

Bilder & Videos © 2013 Concorde Filmverleih, Universal Pictures, Universum Film, Paramount Pictures, NFP Marketing & Distribution und Koch Media

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