Das war der März und seine Filme

In der ersten Märzwoche habe ich gleich drei Filme gesehen und hätte zwei davon im Anschluss lieber gegen zwei, die ich nicht sehen konnte, eingetauscht. Die Dramödie „Take This Waltz“ mit Michelle Williams und Seth Rogen klingt so viel besser als das unsägliche „Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht“ von Schmachtfetzenautor Nicholas Sparks. Nur 4 von 10 Sonnenuntergänge konnte er damit bei mir gewinnen:

Meine durchaus vorhandene romantische Ader findet in „Safe Haven“ nur wenig Verwertbares. Allein die Ausgangssituation beider Charaktere ist so Hollywood-stereotyp, dass sich die Balken biegen. Er, alleinerziehender Witwer, der seit dem Tod seiner Frau in eine Melancholie verfallen, sich niemandem wirklich öffnet und die schöne Unbekannte, die ihm sofort den Kopf verdreht und selbst eine Schale aus mysteriöser Unnahbarkeit präsentiert. Die Punkte gibt es für die schönen Bilder.

Der zweite Film, den diese Einschätzung trifft, ist „Bullet To The Head“, mit dem schönen deutschen Titel „Shootout – Keine Gnade„. Mit dem „Nachtzug nach Lissabon“ hätte ich mich vermutlich weit mehr anfreunden können. So bekam der schiefgegangene Versuch von Hauptdarsteller Stallone und Regisseur Walter Hill („Nur 48 Stunden“), die Buddy-Cop-Actionkomödie wiederzubeleben, auch nur 4 von 10 Kugeln in den Kopf:

„Shootout“ mag für einen Filmabend oder den ‚lazy Sunday afternoon‘ reichen, aber ein Weg ins Lichtspielhaus lohnt sich dafür eigentlich nicht. Wer diesen gefühlten Rückschritt von Stallone dennoch sehen will, mache sich auf blutige Abrechnung gefasst. Die 4 Punkte gibt’s für Ronon, äh Conan, äh Khal Drogo, äh Jason Momoa, der überhaupt nicht type-gecastet wurde. Jimmys Sprüche, die halt doch ab und an zünden. Und Sarah Shahi, die gerade in der Serie „Chicago Fire“ als Rettungssanitäterin unterwegs ist und in der Krimiserie „Life“, die Partnerin von Damian Lewis („Homeland“) spielte.

Das Highlight der ersten Woche (Starts alle am 7. März 2013) war unbestreitbar „Die fantastische Welt von Oz„, das allerdings hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Ich bin ganz besonders enttäuscht von Disneys offenbar zwiespältigem Verhältnis zu den eigenen Musicalnummern und dem Fehlen solcher in der Vorgeschichte zu dem Film, in dem Gesang ein fester Bestandteil ist. 6 von 10 fliegende Affen gab es dafür:

Disney präsentiert in der ersten Märzwoche ein familienkompatibles Märchenabenteuer, mit verrückten und auch putzigen Charakteren, das seine Hauptfigur und die Märchenwelt, durch die sie reist, verändert. Es schwankt dabei zwischen Komödie und Tragödie hin und her. Wirklich überraschend ist nichts, aber es sieht gut aus. Wer auf Musical-Einlagen hofft, den muss ich leider enttäuschen.

Direkt eine Woche später startete bei uns das nächste Märchenabenteuer – „Jack and the Giants„. Die Neuverfilmung vom Märchen „Hans und die Bohnenranke“ stand unter keinem guten Stern, denn Bryan Singers Werk floppte schon an den amerikanischen Kinokassen. Auch hierzulande war gerade die Konkurrenz zu „Oz“ zu viel für Jack und die Riesen. Außerdem hält sich hier immer noch „Hänsel & Gretel – Hexenjäger“ auf Platz 5 der Charts, in die „Jack and the Giants“ gerade mal auf Platz 7 einstieg, bevor der Film wieder aus den Top 10 verschwand.

Zu Unrecht wie ich finde, denn die Besetzung ist gut & witzig und es kommt richtiges Abenteuer-Flair auf. Einzig der zwiespältige Umgang mit der Darstellung von Gewalt fiel mir misslungen auf, so dass er am Ende sogar die selbe Bewertung wie „Die fantastische Welt von Oz“ bekam. 6 von 10 magische Bohnen war er mir wert:

Ich mochte „Jack and the Giants“ – vermutlich mehr als mancher Kollege. Zwar war ich etwas enttäuscht von der Art und Weise, wie der Film versucht Gewalt darzustellen ohne sie zu zeigen, hatte mit den Charakteren aber im Großen und Ganzen ein außerordentliches Vergnügen. Zufälle oder Überraschungen gibt es keine, alle sind natürlich immer dort wo sie sein müssen, um die Geschichte zu erzählen. Bohnen und Prinzessin sind natürlich in der regnerischen Nacht bei Jack, damit die Geschehnisse ihren Lauf nehmen können. Wie im Märchen.

In der selben Woche startete außerdem „Rubinrot“ – die Verfilmung eines deutschen Jugendfantasyromans, den meine Kollegin Bettina weitaus besser eingestuft hat, als ich es vermutlich tun würde. Aber das ist nur so ein Gefühl. Aus der Woche fehlt mir persönlich noch das Biopic „Hitchcock“, das den gleichnamigen Regisseur zur Zeit der Dreharbeiten zu „Psycho“ portraitiert.

Am 21.03. strömten die Deutschen zur animierten Steinzeitfamilie „Die Croods“ und Vanessa Hudgens versuchte von ihrem High-School-Girl-Image wegzukommen, indem sie sich in „Spring Breakers“ mit ihren Freundinnen als Kleinkriminelle verdingt. Ich hingegen hatte Fernweh und ließ mich von dem nacherzählten echten Abenteuer von Thor Heyerdahl und seiner Crew auf der „Kon-Tiki“ begeistern. Das war, „Gangster Squad“ im Januar, der zweite Film, der 2013 von mir volle Punktzahl bekam. Er hat mich echt mitgerissen und das kommt nicht allzuoft vor, schon gar nicht bei Nacherzählungen von Dokumentationen:

„Kon-Tiki“ nimmt euch mit auf einer Entdeckungsreise, sowohl zu den Abgründen, die sich in jedem Menschen auftun, als auch zu den Gefahren der offenen See, aber auch ihrer wilden Schönheit. Dieser Film hat ganz Norwegen, statistisch gesehen, 3x komplett ins Kino gelockt; ihr solltet dem Beispiel folgen und euch begeistern lassen.

Die letzte Märzwoche war geprägt vom Start des Action-Reissers „G.I. Joe – Die Abrechnung„, der mich als Fan des ersten Films etwas vor den Kopf gestoßen hat, auch wenn mir bestimmte Dinge hinsichtlich der Besetzung schon im Vorfeld bekannt waren, fand ich die Veränderungen lieblos hingeschludert. Ich weiß schon auch, dass „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ von 2009 ein trashiger Film war, aber ich mochte ihn. Wegen der verschrobenen Charaktere und der übertriebenen Handlung.

Da man offensichtlich keinen Besseren fand, als einen Regisseur von Tanzfilmen, Teil Zwei zu inszenieren, ist das Ergebnis nicht groß verwunderlich. Es gibt genau einen Part des Films – ca. 1/3 des Ganzen – der mir gefallen hat und wirklich anderen Actionfilmen zeigt wo der Hammer hängt. Doch das Gesamtbild bleibt ein wildes Durcheinander von Belanglosigkeiten, so dass es nur für 3,33 Punkte von 10 reichte:

Ich bin enttäuscht. Obwohl sich ein paar gute Ansätze finden die Story fortzuführen und die subsequente Auflösung an sich auch passte, war mir hier viel zu viel Veränderung in zu kurzer Zeit am Start. Ich finde es halt schade, dass man mit dem Gedanken an den ersten Film ins Kino geht und dann unweigerlich enttäuscht wird. Nicht aufgrund der ausgesprochen gut choreografierten Action, sondern aufgrund des belanglosen Füllmaterials und der nicht vorhandenen Verbindung zu den neuen Charakteren – ich fieberte mit keinem irgendwie mit.

Mir wurde vorgeworfen, dass er ja wohl kaum schlechter als Teil Eins sein könne und das kann man auch gerne so sehen – ich hatte damals mehr Spaß.

Jetzt im April gibt es einen Nachfolgeversuch zur „Twilight“-Filmreihe in Form von „Beautiful Creatures„, Tom Cruise darf sich auf einer leergefegten Erde in „Oblivion“ um abgestürzte Drohnen kümmern, Mark Wahlberg und Russel Crowe haben im Thriller „Broken City“ miteinander zu tun und es startet der sage und schreibe fünfte Teil der Scary-Movie-Reihe.

Ein Gedanke zu „Das war der März und seine Filme“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.